Impressionen des Third-Mission-Ehrenamtspreises 2025

1. Platz (5000 Euro): Juliane Schlesier – „Grundschule der Zukunft“ (School of Education)

Mit ihrem Projekt „Grundschule der Zukunft“ verbindet Juliane Schlesier die Bereiche Lehrkräftebildung, Schulentwicklung und gesellschaftliches Engagement in vorbildlicher Weise. In dem von 2023 bis 2025 laufenden, von der Barthel-/EWE-Stiftung teilgeförderten Projekt arbeiteten rund 150 Lehramtsstudierende gemeinsam mit etwa 400 Grundschulkindern in inklusiven „Held*innen-Teams“ an nachhaltigen, gemeinnützigen Maßnahmen für Schulen und Gemeinden.
Dazu zählten unter anderem der Bau von Hochbeeten, die Gestaltung von Schulhöfen oder Renovierungsarbeiten. Die erzielten Ergebnisse bleiben dauerhaft an den Schulen sichtbar und werden teilweise im Unterricht weitergenutzt.
Die Jury hob besonders die hohe gesellschaftliche Relevanz, das starke Transferpotenzial und den modellhaften Charakter hervor: „Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Kooperationen zwischen Universität, Schulen, Kommunen und Eltern einen unmittelbaren sozialen Mehrwert erzeugen. Gleichzeitig stärkt es die Selbstwirksamkeit der beteiligten Kinder und Studierenden, fördert soziale Teilhabe und verbessert nachweislich das Schulklima“, heißt es in der Begründung. Auch die Lehramtsausbildung profitiere deutlich, was bereits mehrere Preise und ausgezeichnete Evaluationen bestätigen.

2. Platz (3000 Euro): Leila Rudzki – „StraßenOase: - Partizipative Begrünung und Aushandlungsraum Wuppertal“ (Fakultät Kunst und Design)

Leila Rudzki initiierte und leitete mit der „StraßenOase!“ ein partizipatives Stadt- und Forschungsprojekt im Wuppertaler Stadtteil Wichlinghausen. Ursprünglich war geplant, einen rund 50 Meter langen Straßenabschnitt temporär zu beruhigen und in eine begrünte Nachbarschaftsoase mit Sitzgelegenheiten, Schattenbereichen und kulturellen Angeboten zu verwandeln. Obwohl die lokale Politik damals die Nutzung der Fläche kurzfristig untersagte, verwandelte sich das Vorhaben dank hoher Resilienz und ehrenamtlicher Unterstützung in ein innovatives, selbstorganisiertes Festival auf dem BOB-Campus.

Unter Beteiligung von über 80 Mitwirkenden – darunter Studierende, Anwohnende, Initiativen wie „Platz für alle“, lokale Geschäfte, Verwaltung und Politik – entstand ein vielfältiges Programm: mit Workshops, Musik, Pflanzaktionen und einer Fahrraddemo entlang der Wichlinghauser Straße.

Die Jury lobte besonders die starke soziale Teilhabe, die Wirksamkeit des Projekts trotz widriger Umstände sowie die Verankerung im Quartier. Aus dem Projekt erwuchsen neue Planungsgruppen, dauerhafte Pflanzpatenschaften, Materialkonzepte zur Wiederverwendung und Beratungsanfragen anderer Stadtteile. „Die „StraßenOase!“ erzeugt breite mediale Aufmerksamkeit und gilt mittlerweile als beispielhaftes Stadtlabor für demokratische Aushandlungsprozesse und klimaresiliente Stadtentwicklung“, so die Jury.
 

3. Platz (2000 Euro): Lukas Kretschmann – „Netzwerk Teilchenwelt /NTW) – Nachwuchs und Akzeptanz für die Grundlagenforschung“ (Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften)

Der Student Lukas Kretschmann engagiert sich seit mehreren Jahren im „Netzwerk Teilchenwelt“, einem bundesweiten Zusammenschluss von über 30 Universitäten und Forschungseinrichtungen wie die Europäische Organisation für Kernforschung CERN oder das Deutsche Elektronen-Synchrotron, kurz DESY. Ziel des Netzwerks ist es, Jugendliche für Teilchenphysik und Naturwissenschaften zu begeistern und ihnen wissenschaftliches Arbeiten unmittelbar erfahrbar zu machen.
Kretschmann betreut Masterclasses zur Teilchenphysik, bei denen Schüler*innen echte Daten des ATLAS-Experiments auswerten und Grundlagen der Forschung kennenlernen. Darüber hinaus ist er Bundesprecher des Netzwerk Teilchenwelt-Fellow-Programms mit rund 250 engagierten Schüler*innen und Studierenden und organisiert Formate, die renommierte Wissenschaftler*innen – darunter Nobelpreisträger*innen – in den direkten Austausch mit Jugendlichen bringen.
Die Jury würdigt insbesondere seinen hohen individuellen Einfluss, sein außerordentliches Engagement in der Nachwuchsförderung sowie das große Transferpotenzial für andere MINT-Bereiche, sprich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik: „Lukas Kretschmann trägt in besonderer Weise zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Grundlagenforschung bei und stärkt gleichzeitig die Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Wuppertal.“