effort + flow
Neue Ausstellung in der Kunsthalle Barmen: Mathematik und Kunst im Austausch
Die neue Ausstellung „effort + flow“ wird am 16. Januar feierlich eröffnet.
Die Kunsthalle Barmen befindet sich seit 2024 in einer Phase der Neuausrichtung. Mit der Übernahme durch die Fakultät für Design und Kunst der Bergischen Universität Wuppertal entsteht ein Ort, an dem Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft aufeinandertreffen. „Im Rahmen des universitären Transferprojekts wird die Kunsthalle zu einer ,Wuppertaler Wunderkammer`, in der interdisziplinäre Zusammenarbeit zum zentralen Prinzip wird“, so die Verantwortlichen.
Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich Port-Hamiltonian Systems
Die neue Ausstellung effort + flow – Mathematik und Kunst im Austausch führt diesen Ansatz konsequent fort. Sie entsteht in Kooperation mit dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereich Port-Hamiltonian Systems der Bergischen Universität, der an der Schnittstelle von Mathematik, Ingenieurwesen und Physik grundlegende Modelle für Energieflüsse und dynamische Wechselwirkungen erforscht. Erstmals werden diese theoretischen Konzepte in Beziehung zu künstlerischen Arbeiten gesetzt und zugleich als Impulse für gestalterische und künstlerische Forschung genutzt.
Im Zentrum stehen Werke, die Prinzipien mathematischer Modellbildung reflektieren: Energie, die in Objekten und Umwelten zirkuliert; Kräfte, die sich koppeln und rückkoppeln; Felder, die sich organisieren, schwingen oder Gleichgewichte suchen; Schnittstellen, an denen Systeme aufeinandertreffen. Gezeigt werden Installationen, Objekte, Videos und interaktive Experimente u. a. von Katja Davar, Sabrina Fritsch, Theo Jansen, Fischli/Weiss und Thomas Rentmeister. Sie reichen von algorithmischen und kinetischen Prozessen bis hin zu Arbeiten, die ökologische oder soziale Systeme sichtbar machen.
Raum für neue Formate
Die Kunsthalle Barmen bietet dafür ein besonders offenes Umfeld. Ihre Lage im Haus der Jugend verbindet sie mit einer breiten und heterogenen Öffentlichkeit. Gleichzeitig entsteht durch die enge Zusammenarbeit mit Studierenden der Bergischen Universität ein Labor für neue Formen kultureller Bildung und somit ein Raum mit flachen Hierarchien und neuen Lern- und Vermittlungsformaten.
In diesem lebendigen Kontext begegnen sich Mathematik und Kunst als zwei eigenständige, aber anschlussfähige Erkenntnissysteme. Beide suchen nach Mustern, Energieströmen und Strukturen, die Welt formen und Wirklichkeit modellieren – jedoch auf unterschiedliche Weise. Die Ausstellung macht diese Übergänge sichtbar: ein Suchen nach Resonanz, nach gemeinsamen Vokabularen, nach Bewegungen zwischen Struktur und Wahrnehmung.
Ein umfassendes Begleitprogramm mit Vorträgen, Workshops und Führungen vertieft diesen Dialog und eröffnet neue Zugänge zu Energieflüssen, Dynamiken und Modellen in Kunst und Wissenschaft. Das Programm wird bis zum Ausstellungsbeginn auf der Webseite der Kunsthalle Barmen veröffentlicht: kunsthallebarmen.de/.
Die Ausstellung effort + flow lädt dazu ein, Systeme nicht nur zu analysieren, sondern zu erleben, und Kunst wie Mathematik als Impulse für neue Horizonte zu begreifen.
Termin Vernissage: Freitag 16. Januar, 19 Uhr, Ort: Kunsthalle Barmen, Geschwister-Scholl-Platz 4-6, Wuppertal
Kommende Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:
Jeden Sonntag, 15 Uhr: Open Tour; das Team bietet Führungen durch die Ausstellung an. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung.
Jeden ersten Samstag im Monat, 14 bis 18 Uhr: Family & Friends; offene Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Samstag, 24. Januar, 16 Uhr: Performance „Funken“ von Victoria di Bello
Donnerstag, 29. Januar, 19 Uhr: Vortrag von Achim Ilchmann (TU Ilmenau) „Das Oval: Mathematik und Ästhetik“
Donnerstag, 19. Februar, 19 Uhr: Vortrag von Dr. Demian Nahuel Goos „Wozu brauchen wir mathematische Kunst? – Fragen auf Antworten, die ich mir nie gestellt habe“
Donnerstag, 12. März: Eröffnung Fotoausstellung „Women in Mathematics“ (Achtung: NICHT in der Kunsthalle, sondern auf dem Campus Grifflenberg der Bergischen Universität, Foyer von Gebäude K, Gaußstraße 20)
Donnerstag, 19. März, 18 Uhr: „In Touch“; Abschlusspräsentationen Kunstmentorat, LaB K (Landesbüro für Bildende Kunst/Kunsthaus NRW); öffentliche Veranstaltung ohne Anmeldung
Sonntag, 29. März (Finissage): Performance „Auf dem Grund“ von Tanja Kodlin
Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen können Sie auf der Webseite der Kunsthalle Barmen nachlesen.
Über die Kunsthalle Barmen
Die 2024 wiedereröffnete Kunsthalle Barmen im Haus der Jugend wird in Trägerschaft der Bergischen Universität Wuppertal sowie gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland und die Stadt Wuppertal über drei Jahre hinweg für jährlich drei Ausstellungen genutzt. Seit Beginn der Neuausrichtung wurden bereits die Ausstellungen „Shared Spaces“, „Fruchtbare Strukturen“, „Do Worry Be Happy“ und zuletzt „EX NIHILO“ realisiert – jeweils mit dem Ziel, Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft in neuen Formen miteinander zu vernetzen.
In kurzer Zeit haben sich vielfältige regionale und überregionale Kooperationen entwickelt, unter anderem mit dem Pina Bausch Zentrum, dem Von der Heydt-Museum, dem Wuppertal Institut, Utopiastadt sowie Hochschulpartnerschaften unter anderem mit der Kunstakademie Düsseldorf, der Hochschule Düsseldorf und der Folkwang Universität der Künste. Auch Schulen aus der Region werden durch gezielte Vermittlungsprogramme eingebunden.
Bildmaterial zur Ausstellung
Foto Studierende Architektur BUW (Prof. Holger Hoffmann)
Foto Studierende Architektur BUW (Prof. Holger Hoffmann)
Foto Sabrina Fritsch
Foto Theo Jansen „Ordis“