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Interaktives Analyseinstrument

Was macht eine Universität aus? Neues Dashboard zeigt fachliche Profile im Wandel

09.10.2026|08:35 Uhr

Universitäten verändern ihr fachliches Gesicht: Manche Disziplinen gewinnen an Gewicht, andere verlieren an Bedeutung, neue Schwerpunkte entstehen. Wie sich solche Entwicklungen über Jahrzehnte hinweg vollziehen, lässt sich jetzt mit einem neuen interaktiven Dashboard der Bergischen Universität Wuppertal untersuchen. Es bildet die Forschungs- und Lehrprofile von 68 staatlichen Universitäten in Deutschland von 1995 bis 2023 ab und ermöglicht es, Hochschulen, Fächer und Fächergruppen miteinander zu vergleichen.

Screenshot des interaktiven Dashboards „Forschungs- und Lehrprofile staatlicher Universitäten in Deutschland“ der Bergischen Universität Wuppertal. Zu sehen ist ein Liniendiagramm zur Entwicklung des Anteils von Professor*innen in den Geisteswissenschaften an sechs deutschen Universitäten von 1995 bis 2023. Links befinden sich Auswahl- und Filtermöglichkeiten, oben verschiedene Darstellungsoptionen.

Die Daten lassen sich auf unterschiedliche Weise darstellen – etwa als farbiges Diagramm, Profilkarten, Wachstumsraten oder zeitliche Anteilsverläufe. Zeiträume und Vergleichsgruppen können individuell ausgewählt werden. // Screenshot Bergische Universität Wuppertal

Das Dashboard bündelt eine umfangreiche Langzeitdatenbasis und macht sie unmittelbar zugänglich. Die Grundlage bilden Daten vom Kompetenznetzwerk Bibliometrie (KB) sowie vom Statistischen Bundesamt. Berücksichtigt werden unter anderem Professuren, nicht-professorales wissenschaftliches Personal, Studierende, Grundmittel und Drittmitteleinnahmen. Nutzer*innen können gezielt einzelne Universitäten, Fächer oder Wissenschaftsbereiche auswählen und deren Entwicklung über die Zeit verfolgen.

„Das Dashboard macht sichtbar, was sich mit einzelnen Momentaufnahmen kaum erkennen lässt. Der Blick über fast drei Jahrzehnte zeigt, welche Fächer an Bedeutung gewinnen, wo Hochschulen Schwerpunkte ausbauen und wie sich ihre Strukturen langfristig verändern“, erklärt Organisationssoziologe Prof. Dr. Thomas Heinze, der das Projekt an der Bergischen Universität Wuppertal verantwortet.

Stärken, Schwerpunkte und Veränderungen sichtbar machen

Damit lässt sich beispielsweise untersuchen, welche Fächer das Profil einer Universität besonders stark prägen, wo sich institutionelle Schwerpunkte verschieben oder welche Disziplinen über längere Zeit wachsen beziehungsweise schrumpfen. Auch technische und nicht-technische Universitäten können miteinander verglichen werden.

Im Mittelpunkt steht der sogenannte Relative Specialisation Index, kurz RESP. Er zeigt, wie stark eine Universität innerhalb einer definierten Vergleichsgruppe auf bestimmte Fächer spezialisiert ist. So wird nicht nur sichtbar, wie groß ein Fach an einer Universität ist, sondern auch, welche Bedeutung es für das Profil der jeweiligen Hochschule hat.

„Unser Dashboard ist kein Ranking. Es stellt Universitäten nicht in eine Rangfolge. Im Mittelpunkt steht vielmehr das Monitoring ihrer fachlichen Themenschwerpunkte in Forschung und Lehre. Es geht darum, Profile und ihre Entwicklung sichtbar zu machen – nicht darum, Hochschulen gegeneinander abzuwägen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Heinze.

Daten nach Maß aufbereiten

Die Daten lassen sich auf unterschiedliche Weise darstellen – etwa als farbiges Diagramm, Profilkarten, Wachstumsraten oder zeitliche Anteilsverläufe. Zeiträume und Vergleichsgruppen können individuell ausgewählt werden. Grafiken lassen sich als PDF oder PNG exportieren; die zugrunde liegenden Daten stehen außerdem als Excel-Dateien zur Verfügung.

Das Dashboard richtet sich damit an unterschiedliche Nutzer*innengruppen. Für die Hochschulforschung bietet es eine empirische Grundlage, um langfristige Veränderungen und Spezialisierungsprozesse zu analysieren. Auch für Hochschulplanung und Wissenschaftspolitik können die Daten relevante Vergleichsmöglichkeiten liefern.

Hochschulprofile für alle verständlich

Darüber hinaus eröffnet das Instrument einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen über die fachlichen Strukturen deutscher Universitäten. Studieninteressierte und eine breitere Öffentlichkeit können sich damit ein differenziertes Bild davon machen, welche Fächer an welchen Hochschulen eine besondere Rolle spielen und wie sich diese Schwerpunkte entwickelt haben. Eine deutsch- und englischsprachige Benutzeroberfläche sowie ein ausführliches Handbuch erleichtern die Nutzung.

Das Dashboard ist Teil des Dokumentationsprojekts „Fachliche Forschungs- und Lehrprofile staatlicher Universitäten in Deutschland“. Die Version 2026 wurde von Prof. Dr. Thomas Heinze, Dr. Dirk Tunger, Tobias Grabosch und Rafael Josek erarbeitet.

Eine Bedienungsanleitung und ein Praxisleitfaden erleichtern den Einstieg in das Dashboard. Sie zeigen die wichtigsten Funktionen und geben Anregungen, wie sich die Daten für unterschiedliche Fragestellungen nutzen lassen.

Zum Dashboard:
https://fachprofile.shinyapps.io/fachprofile/

Weitere Informationen zum Projekt:
https://fachprofile.uni-wuppertal.de/