Profilarchitektur der Bergischen Universität

Die Bergische Universität entwickelt ihr Profil in Forschung und Lehre kontinuierlich weiter. Dadurch werden vorhandene Stärken zusammengeführt, neue Synergien freigesetzt und die Sichtbarkeit unserer Potenziale und Leistungen gestärkt. Die klare Profilarchitektur unterstützt die Umsetzung unserer Grundsätze:

  • Die Bergische Universität setzt auf positive Unterscheidbarkeit, für eine gesteigerte regionale, nationale und internationale Attraktivität und Strahlkraft.
  • Sie mobilisiert die Potenziale ihrer Mitglieder im Hinblick auf eine klare Ressourcenorientierung beim Streben nach den gemeinsamen Zielen.
  • Bewährtes und Neues werden im Sinne eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Stabilität und Flexibilität klug gegeneinander abgewogen, um Innovationen zu nutzen, ohne Etabliertes vorschnell aufzugeben.
  • Das Handeln an der Bergische Universität hat einen klaren Wertebezug: das Verstehen von Gesellschaft, Kultur, Technik und Natur sowie ihrem Wandel muss einhergehen mit dem Bestreben, diese auch mitzugestalten und so eine demokratische, offene und pluralistische Gesellschaft auch für künftige Generationen zu schaffen.

Alle inhaltlichen Weichenstellungen an der Bergischen Universität erfolgen innerhalb der in unserem Leitbild verankerten Profillinien als strategische, fächerübergreifende Schwerpunkte:

Profillinien

Diese Profillinie verknüpft die traditionell starke Grundlagenforschung der Bergischen Universität im Bereich der Naturwissenschaften und der Mathematik mit Forschungsschwerpunkten in der experimentellen und theoretischen Teilchenphysik, dem wissenschaftlichen Rechnen sowie der Darstellungstheorie. Ein wichtiges Forschungsinteresse gilt den elementaren Bausteinen der Materie und den zwischen ihnen wirkenden Kräften. Die entsprechenden experimentellen Arbeiten werden in unterschiedlichen Formen realisiert, die von der Beteiligung an internationalen Großexperimenten an Teilchenbeschleunigern bis hin zu astrophysikalischen Observatorien reichen. Forschung im Bereich der mathematischen Methoden unter besonderer Berücksichtigung der Realisierung von Symmetrien in der Natur eröffnet die Möglichkeit der theoretischen Analyse und Suche nach Gesetzmäßigkeiten. Neben Theorie und Experiment werden an der Bergischen Universität zur Erkenntnisgewinnung die numerische Simulation und das Höchstleistungsrechnen betrieben. Diese Aktivitäten sind interdisziplinär und strukturell mit der internationalen Community verzahnt.

Die zweite Profillinie bezieht sich auf Bildung, Wissen und Kultur als entscheidende gesellschaftliche Kategorien. Im Bewusstsein dessen, dass jegliches Denken, Handeln und Entscheiden kontextuell erfolgt, erforschen unterschiedliche Wissenschaften die Gestaltung von Bildungsprozessen sowie den Zusammenhang von Bildung, Wissen und Kultur in Vergangenheit und Gegenwart.

Im Einzelnen untersucht werden dabei auch die Voraussetzungen und Möglichkeiten von Bildung, wobei sowohl formelle, institutionell gebundene Formen als auch alltägliche Lebensvollzüge und kulturelle Praktiken in den Blick genommen werden. Zur Bearbeitung der sich hier ergebenden Fragestellungen ist ein transdisziplinäres Vorgehen besonders Erfolg versprechend. Dementsprechend bieten die an der Bergischen Universität vorhandenen Beiträge aus Geistes- und Kulturwissenschaften, Human-, Sozial-, Wirtschafts- und Bildungswissenschaften sowie Design und Kunst ein hervorragendes Potenzial für gemeinsame Forschungsvorhaben. Diese Transdisziplinarität ermöglicht die Verbindung unterschiedlicher methodischer Zugänge, die für den komplexen Gegenstand „Bildung, Wissen und Kultur in sozialen Kontexten“ unerlässlich ist und nicht zuletzt zu den Grundlagen einer exzellenten Lehrkräftebildung zählt.

Prävention und Bewegung, den Grundelementen der Gesunderhaltung sowie der damit verbundenen Leistungs- und Arbeitsfähigkeit von Erwerbstätigen, kommt als gesellschaftlicher Faktor ein immer höherer Stellenwert zu. Gesundheit ist schon lange nicht mehr nur eine Domäne der Medizin, sondern wird sowohl in der Forschung als auch in den Unternehmen der Gesundheitswirtschaft als ein komplexes Phänomen betrachtet. So existieren an der Bergischen Universität zahlreiche Disziplinen, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit den Themen Gesundheit, Gesundheitsmanagement und Public Health befassen. Zu nennen sind Beiträge der Gesundheitspsychologie, pädagogische Konzepte der Gesundheitserziehung in Kindergärten und Schulen, Ansätze der Sportpädagogik, -medizin und -soziologie, der Bewegungswissenschaft, der Arbeits- und Organisationspsychologie, der Sicherheitstechnik, der Gesundheitsökonomie sowie spezieller Rechtswissenschaften. Ziel der Profillinie ist es, solche Beiträge in interdisziplinären Forschungsprojekten zusammenzuführen. Insgesamt sollen forschungs- und anwendungsbezogene Konzepte zur Stärkung der Gesundheitskompetenz auf individueller Ebene, auf der Ebene von Organisationen sowie auf regionaler bzw. gesellschaftlicher Ebene weiterentwickelt werden, nicht zuletzt, um künftigen Herausforderungen unserer Gesellschaft (z.B. dem demografischen Wandel) wirksam begegnen zu können.

Erzählen und Erzählung sind kein Spezifikum der Literatur, sondern stellen zugleich einen in der Lebenswelt allgegenwärtigen Modus der Auffassung, Strukturierung, Deutung und Vermittlung von realen oder imaginierten Erfahrungen, von Wissen, Vorstellungen und Intentionen dar. Ein Schwerpunkt der geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschung an der Bergischen Universität trägt dieser allgemeinen Bedeutung der kulturellen Handlungsform „Erzählen“ in besonderer Weise Rechnung. Untersucht werden sowohl die strukturellen als auch die kontextuellen Aspekte des Erzählens in den Forschungsfeldern „historische Entwicklung des literarischen Erzählens“, „nichtliterarisches sprachliches Erzählen“ und „intermediale Aspekte des Erzählens“. Weitere, die einzelnen Fächer übergreifende Schwerpunkte der geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschung gelten in diesem Kontext der Praxis und der Theorie der Edition von Texten, dem Spracherwerb, der Sprachstruktur sowie der interdisziplinären Kultur- und Kommunikationsforschung.

Diese Profillinie verbindet interdisziplinäre Forschungen zu den Themen Umweltsysteme und ökonomische, ökologische sowie soziale Nachhaltigkeit. Input liefern die natur- und ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen sowie Teile der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, auch in Kooperation mit dem „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ (WI). Bedient wird die gesamte Kette der Wissensproduktion von der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung anwendungsnaher
Produkte und Hightech-Verfahren bzw. effizienter Systeme in Kooperation mit der Industrie. Forschung zu Umweltsystemen, Engineering, Kreislaufwirtschaft und Sicherheitsstrategien haben das Ziel, das Verständnis komplexer Zusammenhänge in ökologischen, ökonomischen und technischen Systemen zu verbessern und technologische Innovationen zu fördern. Auf der Anwendungsseite steht die Frage im Vordergrund, wie sich im Wandel der Umweltbedingungen und der Ressourcenverfügbarkeit künftige Bedürfnisse von Konsument*innen und Produzent*innen, aber auch die Herausforderungen des Umweltschutzes und der Globalisierung erfüllen lassen. Dabei sind nicht zuletzt die Entwicklung einer energie-optimierten Architektur sowie die Sicherung nachhaltiger Mobilität und des effektiven Austausches von Gütern von Relevanz.

Eine weitere Profillinie gilt der interdisziplinären Erforschung des Zusammenhangs zwischen Unternehmertum, Gründung und Innovation einerseits sowie wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung andererseits. Dabei geht es zunächst um die ökonomischen, rechtlichen und politischen, aber auch die ökologischen, sozialen, psychologischen, historischen und ethischen Grundlagen bzw. Rahmenbedingungen von Unternehmertum und Innovation. Des Weiteren stehen die Wechselwirkungen ­zwischen mikropolitischen Weichenstellungen der einzelnen Akteur*innen sowie den makropolitischen Entscheidungen der föderalen Ebenen samt ihrer Implikationen für die Entwicklung von Wirtschafts- bzw. Gesellschaftssystemen im Fokus der Analyse. Neben den Beiträgen der Wirtschaftswissenschaft (programmatisch organisiert in der „Schumpeter School of Business and Economics“) sowie der Geistes- und Sozialwissenschaften spielen hinsichtlich des Verständnisses technischer und gestalterischer Aspekte von Innovationspro­zessen auch die Ingenieurwissenschaften, Architektur und Design sowie für das methodische Instrumentarium speziell Mathematik und Informatik eine wichtige Rolle.

Unsere Aktivitätsfelder sind auf den Profillinien verortete einzelfachübergreifende Wissenschaftsfelder an der Bergischen Universität mit überdurchschnittlichem Forschungsoutput und hoher Anerkennung in ihrer Community, die gute Erfolgsaussichten haben, mittelfristig Erfolge in hoch kompetitiven Förderformaten zu erzielen:

Aktivitätsfelder

Das Aktivitätsfeld TEC2ZERO arbeitet an der Gestaltung von Zukunftstechnologien, die Energieeffizienz steigern, Mobilitätslösungen neu denken und den verantwortungsvollen Umgang mit kritischen Rohstoffen in den Mittelpunkt stellen – inklusive Bewertung möglicher toxikologischer und ökologischer Auswirkungen.

Dieser Ansatz verbindet Ökonomie, Management und Bildung: von nachhaltigem Produktdesign über effiziente Implementierungsstrategien bis hin zu lebenslangem Lernen und einer klaren Kommunikation, die Veränderungsprozesse erfolgreich begleitet.

Im Bereich Materialfluss liegt der Fokus auf umfassende Lebenszyklusanalysen, die Nutzung von Abfall als Ressource, Urban Mining sowie die Rückgewinnung sekundärer Rohstoffe. Durch intelligentes Supply-Chain-Management schaffen wir transparente, zirkuläre Wertschöpfungsketten.

Gemeinsam sollen Lösungen, die ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Effizienz und technologische Innovation vereinen, entwickelt werden.

Mit dem Aktivitätsfeld NextGen bündelt die Bergische Universität Wuppertal ihre vielfältigen Aktivitäten rund um zukunftsorientiertes Lernen und positioniert sich als Gestalterin innovativer Lehr-, Lern- und Wissenstransferformen – von Kindergarten und Schule über Hochschule bis in die berufliche Praxis.

NextGen macht vorhandene Kompetenzen und Projekte der BUW sichtbar, vernetzt Akteur*innen aus unterschiedlichen Forschungsdisziplinen und eröffnet Räume für kreative Ideen und gemeinsame Entwicklungen. Fächerübergreifend gehen wir der Frage nach, was „Next Generation Learning, Teaching, Knowledge Transfer“ ausmachen kann. Im Mittelpunkt steht die Vision, innovatives Lehren, Lernen und Wissenstransfer aktiv zu gestalten und Impulse für nachhaltiges, vernetztes, digitales und diversitätssensibles Lernen zu setzen – um Bildung zukunftsorientiert weiterzudenken.

Das zentrale Ziel dieses Feldes ist es, gesellschaftlichen Wandel nicht nur zu analysieren, sondern aktiv mitzugestalten: Es geht darum, wie Gesellschaften — lokal wie global — in Richtung Nachhaltigkeit bewegt werden können, unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer, ökonomischer, technischer und kultureller Dimensionen.
Auch in den kommenden Jahren wird es darum gehen, Gesellschaften resilienter zu machen – gegenüber Klimakrise, Ressourcenknappheit, Digitalisierung, demografischem Wandel...
Hochschulen übernehmen eine Schlüsselrolle: nicht nur als Wissensvermittler, sondern als Transformationsakteure.
Partizipative Formate, z. B. Co-Design mit Bürger*innen, Living Labs, Kunstinterventionen gewinnen an Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund eröffnet das Aktivitätsfeld innovative Zugänge zu zentralen Zukunftsfragen:

  • Wie wollen wir leben?
  • Welche Vorstellungen von sozial-ökologisch nachhaltigem Wohlstand haben wir?
  • Welche Art von Gesellschaft wollen wir sein?
  • Und: Wie kommen wir dort hin?

Mit Artificial Intelligence for Empowering the Future (AI4EF) bündelt die Bergische Universität Wuppertal ihre vielfältigen Aktivitäten rund um Künstliche Intelligenz und positioniert sich als Gestalterin einer menschenzentrierten digitalen Zukunft. AI4EF macht vorhandene Kompetenzen sichtbar, vernetzt Akteur*innen aus Forschung, Lehre, Verwaltung und Transfer und schafft Räume für neue Ideen und gemeinsame Entwicklungen.

Im Mittelpunkt steht die Vision eines verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgangs mit KI – als Werkzeug, das Menschen stärkt, Prozesse verbessert und gesellschaftlichen Mehrwert schafft. Die Mission: Impulse setzen, Strukturen stärken und interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern. AI4EF verfolgt klare Ziele und eine langfristige Strategie, um KI an der BUW nicht nur zu erforschen, sondern aktiv mitzugestalten.

Interdisziplinäre Zentren

Unsere Interdisziplinären Zentren geben verschiedenen Fachrichtungen die Möglichkeit, an einem Ort zusammenzuarbeiten und innovative Forschung als Antwort auf die Herausforderungen unserer Gesellschaft aktiv zu gestalten. Die so entstehenden Dynamiken und Synergieeffekte bringen exzellente Forschung und herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervor.