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Athletin-D

Verbundprojekt erforscht Zusammenspiel von Menstruationszyklus, Leistung und Gesundheit bei Spitzensportlerinnen

07.05.2026|10:00 Uhr

Wie beeinflusst der Menstruationszyklus Leistung und Gesundheit von Spitzensportlerinnen? Um diese Frage zu beantworten, fördert das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) ein neues Verbundprojekt zu geschlechtsspezifischen Besonderheiten im Leistungssport: Im Projekt „Athletin-D“ erforschen die Universitäten Wuppertal, Bochum, Freiburg und die TU München gemeinsam, wie Leistung, Trainingsmanagement und Gesundheit von Athletinnen im olympischen und paralympischen Spitzensport verbessert werden können. Von der Bergischen Universität Wuppertal ist Trainingswissenschaftlerin Prof. Dr. Kirsten Legerlotz am Projekt beteiligt.

Athletin-D will für Spitzensportlerinnen bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen, damit sie ihr sportliches und persönliches Potenzial entfalten können. // Foto Colourbox

Prof. Kirsten Legerlotz leitet im Rahmen von Athletin-D ein Teilprojekt, das die Zusammenhänge von Hochleistungstraining, hormonellen Prozessen und Verletzungshäufigkeit untersucht. Gemeinsam mit ihrer Bochumer Kollegin Prof. Petra Platen geht sie außerdem Fragen der Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit in Abhängigkeit der Phase des Menstruationszyklus und der Einnahme hormoneller Kontrazeptiva nach.

Im interdisziplinären Kernteam des Konsortiums arbeiten Prof. Dr. Karsten Köhler, Ernährungswissenschaftler von der TU München, Prof. Dr. Kirsten Legerlotz, Trainingswissenschaftlerin von der Universität Wuppertal, Prof. Dr. Petra Platen, Sport- und Ernährungsmedizinerin von der Universität Bochum sowie Prof. Dr. Jana Strahler (Sport)Psychologin am Institut für Sport und Sportwissenschaft von der Universität Freiburg.

Das Konsortium erhält eine Förderung von 1,6 Millionen Euro für vier Jahre innerhalb der BISp-Ausschreibung „Athletinnen im Spannungsfeld von Leistungsoptimierung und Gesunderhaltung“.

Zusammenhänge besser verstehen

Athletin-D wird systematisch geschlechtsspezifische Besonderheiten insbesondere im Kontext des Menstruationszyklus untersuchen. Ziel ist, dessen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit sowie umgekehrt den Einfluss von Hochleistungstraining und damit verbundenen physischen, psychischen und Ernährungsfaktoren auf die Zyklusgesundheit besser zu verstehen und praktisch nutzbar zu machen.

Verzahnung von Forschung und Leistungssportpraxis

Das Projekt verfolgt einen transdisziplinären Ansatz, indem es bestehendes Wissen, Erfahrungswerte aus der Praxis und neue Forschungserkenntnisse zusammenführt. Zentral ist dabei die enge Verzahnung mit der Leistungssportpraxis: Lösungen werden im engen Austausch mit Athletinnen, Trainer*innen und Expert*innenteams entwickelt. Dafür kooperiert das Konsortium mit den nationalen Spitzensportverbänden, Olympiastützpunkten und internationalen Partnern. Aus dieser Zusammenarbeit werden die Forscher*innen auch Wissens- und Anwendungslücken ableiten und wissenschaftlich bearbeiten.

„In Wuppertal werden wir in Kooperation mit weiteren Forschungseinrichtungen innovative und etablierte bildgebende und laborchemische Untersuchungsmethoden einsetzen, um Muskelanpassung und Knochenstoffwechsel bei Leistungssportlerinnen mit gestörtem Menstruationszyklus und die Regenerationsfähigkeit im Längsschnittverlauf zu analysieren“, berichtet Prof. Legerlotz.

Zyklusbasiertes Monitoring und Trainingsanpassung

Die Wissenschaftler*innen werden auf der Grundlage ihrer Erkenntnisse ein frei verfügbares, digitales Monitoring-System entwickeln, das Daten zum Menstruationszyklus systematisch und individualisiert in Trainingssteuerung und Gesundheitsmanagement aufnimmt. Es soll als Schnittstelle zwischen Athletinnen, Trainer*innen und interdisziplinärer Betreuung dienen und bestehende Monitorings im Leistungssport gezielt erweitern.

Mehr zum Thema: Pressemitteilung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft