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Klimaschutz mit System

Hochschulen in Nordrhein-Westfalen erfassen ihren CO2-Ausstoß erstmals landesweit gemeinsam

17.04.2026|12:00 Uhr

Leistungsfähige Hochschulen sind ein echter Standortfaktor – mehr Energieeffizienz hilft dem Klima und spart Geld. Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen machen erfolgreichen Klimaschutz jetzt messbar. 14 Universitäten und 16 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben heute (17. April 2026) zusammen mit der Landesregierung erstmals eine gemeinsame Bilanz für ihren CO2-Ausstoß vorgestellt.

Nordrhein-Westfalen gehört zu den ersten Bundesländern, in denen sämtliche Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften nach einheitlichen Standards jährliche Treibhausgas-Bilanzen gemeinsam erarbeitet haben und veröffentlichen. // Foto Sebastian Jarych

Die Bilanz zeigt, dass die Anstrengungen zum Klimaschutz wirken: Zwischen 2019 und 2021 sanken die Emissionen beim Stromverbrauch durch die Nutzung von Ökostrom um 28 Prozent. Insgesamt emittierten die 30 öffentlich-rechtlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen 2021 rund 441.000 Tonnen CO2-Äquivalente – etwa so viel wie eine Stadt mit 40.000 Einwohner*innen. Die gemeinsame Treibhausgas-Bilanz nach einheitlichen Standards geht auf eine Initiative der Landesregierung zurück. Künftig ist ein jährliches Monitoring geplant. Die Bilanzen für 2022 und 2023 sind bereits in Arbeit.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Mit der gemeinsamen CO2-Bilanz machen unsere Hochschulen Klimaschutz erstmals systematisch messbar – transparent, datenbasiert und im gemeinsamen Handeln. Damit werden gezielte Maßnahmen gestärkt. Leistungsfähige Hochschulen sind gezielter Standortfaktor und zentraler Motor für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und einen zukunftsfesten Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.“

Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Forschung ist der beste Klimaschutz. Unsere Hochschulen bilden die Forscherinnen und Forscher von morgen aus, die Möglichkeiten entwickeln, wie wir das Klima noch besser schützen können. Gleichzeitig leisten unsere Hochschulen schon jetzt große Anstrengungen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, wie die Daten des Bilanzierungsberichts eindrucksvoll belegen. Diese Transparenz ist die Voraussetzung dafür, dass die einzelnen Hochschulen nun individuelle Maßnahmen für mehr Energieeffizienz entwickeln. Das hilft dem Klima und spart Geld.“

Simone Probst, Sprecherin der Konferenz der Kanzler*innen der Universitäten und Markus Hinsenkamp, Sprecher der Konferenz der Kanzler*innen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften: „Der vorliegende Bericht zeigt, dass sich die Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und ihren Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten. Dabei ist die erste einheitliche und standardisierte THG-Bilanz auch Ausdruck des hohen Engagements in den Hochschulen und der guten Kooperation mit den beteiligten Ministerien. Wir sehen der weiteren Zusammenarbeit auf dem Weg zur Klimaneutralität mit Freude entgegen und stellen uns der Herausforderung, den hohen Anforderungen an einen klimaneutralen Campus gerecht zu werden.“

Weitere zentrale Ergebnisse der Treibhausgas-Bilanz:

  • Der überwiegende Anteil der Emissionen geht auf den Energieverbrauch der Gebäude zurück. Die Wärme- und Stromversorgung machen dabei jeweils die Hälfte aus.
  • Von 2019 auf 2021 stieg die Zahl der Elektrofahrzeuge um 32 Prozent. Somit waren in den Fuhrparks bereits 2021 rund 14 Prozent der Fahrzeuge batterieelektrisch unterwegs.
  • Im Vergleich zum Basisjahr 2019 blieben die Treibhausgas-Emissionen 2021 weitgehend konstant. Aussagekräftige Trends sind erst mit weiteren Bilanzjahren zu erwarten.

Mit der Treibhausgas-Bilanz haben zahlreiche Hochschulen erstmals einen strukturierten Überblick über ihre Emissionen, können Handlungskonzepte erstellen und Maßnahmen ableiten. Damit sind sie in der Lage, ihrer gesetzlich normierten Vorbildfunktion nachzukommen. Die Landesregierung unterstützt die Hochschulen dabei.

Nordrhein-Westfalen gehört zu den ersten Bundesländern, in denen sämtliche Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften nach einheitlichen Standards jährliche Treibhausgas-Bilanzen gemeinsam erarbeitet haben und veröffentlichen.

Die Treibhausgas-Bilanz ist hier abrufbar.

Effektive Maßnahmen für den Klimaschutz im Gebäudebetrieb der Bergischen Universität Wuppertal

Erneuerbare Energien sind eine zentrale Säule der Energiewende. Mit einem speziellen Finanierungskonzept treibt die Bergische Uni unter anderem den Ausbau der Photovoltaikanlagen auf dem Campus voran. // Foto Peter Gwiazda

Die Bergische Universität hat in den vergangenen zwei Jahren zentrale Maßnahmen zur Energieeinsparung und Emissionsminderung umgesetzt.

Dazu zählt die herausfordernde Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik: Für die Bestandsleuchten aus den 1970er Jahren standen keine LED-Ersatzlösungen zur Verfügung. Daher wurden gemeinsam mit einem externen Partner passgenaue, eigene LED-Leuchten für die Bergische Universität entwickelt, die ohne bauliche Eingriffe und ohne Entsorgung der bestehenden Gehäuse installiert werden konnten. Durch sie lassen sich jährlich bis zu 400.000 Kilowattstunden Strom einsparen. Zum Vergleich: Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 125 Vier-Personen-Haushalten.

Auch die Optimierung der Heizungsanlagen hat positive Effekte: In den Bestandsgebäuden der Universität wurden rund 5.000 Heizkörperventile ausgetauscht. Zusätzlich erfolgten die Montage und Einregulierung von etwa 3.900 Thermostaten. Zudem wurde ein hydraulischer Abgleich der Gebäude durchgeführt. Diese Maßnahmen ermöglichen eine bedarfsgerechte Wärmeverteilung in den Räumen und senken den Energieverbrauch deutlich.

Darüber hinaus wird der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf dem Campus mit einem neu eingeführten Finanzierungskonzept vorangetrieben, dem sogenannten Intracting. Die durch den Solarstrom eingesparten Kosten werden dabei direkt für den weiteren Photovoltaik-Ausbau und andere Klimaschutzprojekte genutzt.

Diese Projekte werden unter Federführung des Dezernats für Gebäude- Sicherheits- und Umweltmanagement umgesetzt.

Uni-Kanzlerin Dr. Ursula Löffler betont: „Mit diesen Maßnahmen nutzen wir unsere Spielräume, um den CO2-Fußabdruck unserer Gebäude Schritt für Schritt zu verringern – auch wenn sich die Effekte erst in den kommenden Treibhausgasbilanzen zeigen werden. Gleichzeitig wollen wir nicht nur Energie einsparen, sondern mit dem Ausbau von Photovoltaikanlagen auch unseren Beitrag zur Energiewende leisten und unseren externen Energiebedarf reduzieren.“

Die wichtigsten Infos zur Treibhausgas-Bilanz und was sie für die Bergische Universität Wuppertal bedeutet, finden Sie hier: www.uni-wuppertal.de/de/universitaet/nachhaltigkeit/betrieb-infrastruktur/treibhausgasbilanz