Newsportal

 

 

„effort+flow“

Aha-Erlebnis mit Spaßfaktor: Bestzeit im Schafehüten geht an BUW-Student Till Lehnen

22.06.2026|13:00 Uhr

Wie erklärt man einem Laienpublikum die Theorie hinter Energieflüssen und ihren dynamischen Wechselwirkungen? Die Ausstellung „effort+flow“ hat auf kreative Weise übersetzt, woran Wissenschaftler*innen der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) im Sonderforschungsbereich Port-Hamiltonian Systems forschen. Anfang des Jahres konnten die Besucher*innen der Kunsthalle Barmen im Spiel „Schafehüten“ so nicht nur den Highscore knacken, sondern ebenso ein Verständnis für Wissenschaft an der Schnittstelle von Mathematik, Ingenieurwesen und Physik entwickeln. BUW-Student Till Lehnen gelang das am besten. Für seine Bestzeit überreichte ihm das Organisationsteam der Ausstellung nun einen besonderen Preis.

Bei der Preisübergabe kam das Organisationsteam der Ausstellung effort+flow noch einmal zusammen, um BUW-Student Till Lehnen (Mitte) zu gratulieren: (v.l.) Ariane Dehghan (Kunsthalle Barmen), Prof. Birgit Jacob, Prof. Claudia Totzeck und Merlin Schmitz (Mitglieder des Sonderforschungsbereichs). // Foto Marylen Reschop

32,3 Sekunden benötigte Till Lehnen, um den Hütehund auf dem Bildschirm per Controller so durch eine Schafherde zu steuern, dass am Ende alle Schafe den Weg in ihr richtiges Gatter finden. „Bei mehrfachem Spielen hat man irgendwann raus, wie die Schafe auf den Laufweg des Hundes reagieren und kann die Steuerung optimieren“, erklärt der Architekturstudent.

Genau das ist auch der Plan, den Prof. Dr. Claudia Totzeck und ihre Arbeitsgruppe mit dem Spiel verfolgen. „Wir forschen zu sogenannten interagierenden Partikelsystemen, mathematischen Modellen also, die das kollektive Verhalten vieler einzelner Komponenten beschreiben. Für die Ausstellung haben wir uns gefragt, wie wir das sichtbar machen können“, erklärt die Mathematikerin.

Die Lösung fanden sie im Aha-Erlebnis mit Spaß- und Suchtfaktor. Das von Informatikstudent Justin Dawa programmierte Spiel basiert auf den Algorithmen, mit denen sich Totzeck und ihr Team in ihrer Arbeit täglich beschäftigen. „Wenn der Hund läuft, treibt er die Schafe auf eine gewisse Weise auseinander. Diese Kraft lernt man beim Spielen zu verstehen und zu nutzen“, so Totzeck. Auch zukünftig soll das Spiel zum Einsatz kommen und noch vielen weiteren Menschen das Verständnis erleichtern.

Für die hart umkämpfte Bestzeit von Till Lehnen gab es von den Organisator*innen der Ausstellung nicht nur höchste Anerkennung, sondern auch noch einen besonderen Preis: ein Modell des Strandbiests „Ordis“ von Künstler Theo Jansen zum Selberbauen. „Das Original war ebenfalls Teil der Ausstellung: ein großes Gebilde aus vielen Einzelteilen, das sich – nur von Windkraft angetrieben – bewegt“, erklärt Prof. Dr. Birgit Jacob, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs.

Normalerweise sind die Strandbiester am niederländischen Strand zu sehen. In Miniaturform verbleibt eines von ihnen nun auch in Wuppertal, zu Hause bei Till Lehnen. Der Aufbau der 117 Einzelteile dürfte allerdings länger dauern als 32,3 Sekunden.