„effort+flow“
Aha-Erlebnis mit Spaßfaktor: Bestzeit im Schafehüten geht an BUW-Student Till Lehnen
Bei der Preisübergabe kam das Organisationsteam der Ausstellung effort+flow noch einmal zusammen, um BUW-Student Till Lehnen (Mitte) zu gratulieren: (v.l.) Ariane Dehghan (Kunsthalle Barmen), Prof. Birgit Jacob, Prof. Claudia Totzeck und Merlin Schmitz (Mitglieder des Sonderforschungsbereichs). // Foto Marylen Reschop
32,3 Sekunden benötigte Till Lehnen, um den Hütehund auf dem Bildschirm per Controller so durch eine Schafherde zu steuern, dass am Ende alle Schafe den Weg in ihr richtiges Gatter finden. „Bei mehrfachem Spielen hat man irgendwann raus, wie die Schafe auf den Laufweg des Hundes reagieren und kann die Steuerung optimieren“, erklärt der Architekturstudent.
Genau das ist auch der Plan, den Prof. Dr. Claudia Totzeck und ihre Arbeitsgruppe mit dem Spiel verfolgen. „Wir forschen zu sogenannten interagierenden Partikelsystemen, mathematischen Modellen also, die das kollektive Verhalten vieler einzelner Komponenten beschreiben. Für die Ausstellung haben wir uns gefragt, wie wir das sichtbar machen können“, erklärt die Mathematikerin.
Die Lösung fanden sie im Aha-Erlebnis mit Spaß- und Suchtfaktor. Das von Informatikstudent Justin Dawa programmierte Spiel basiert auf den Algorithmen, mit denen sich Totzeck und ihr Team in ihrer Arbeit täglich beschäftigen. „Wenn der Hund läuft, treibt er die Schafe auf eine gewisse Weise auseinander. Diese Kraft lernt man beim Spielen zu verstehen und zu nutzen“, so Totzeck. Auch zukünftig soll das Spiel zum Einsatz kommen und noch vielen weiteren Menschen das Verständnis erleichtern.
Für die hart umkämpfte Bestzeit von Till Lehnen gab es von den Organisator*innen der Ausstellung nicht nur höchste Anerkennung, sondern auch noch einen besonderen Preis: ein Modell des Strandbiests „Ordis“ von Künstler Theo Jansen zum Selberbauen. „Das Original war ebenfalls Teil der Ausstellung: ein großes Gebilde aus vielen Einzelteilen, das sich – nur von Windkraft angetrieben – bewegt“, erklärt Prof. Dr. Birgit Jacob, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs.
Normalerweise sind die Strandbiester am niederländischen Strand zu sehen. In Miniaturform verbleibt eines von ihnen nun auch in Wuppertal, zu Hause bei Till Lehnen. Der Aufbau der 117 Einzelteile dürfte allerdings länger dauern als 32,3 Sekunden.
Weiterführende Links
Sonderforschungsbereich „Port-Hamiltonian Systems“
Neue Ausstellung in der Kunsthalle Barmen: Mathematik und Kunst im Austausch (Pressemitteilung vom 12. Januar 2026)
Berühmtheiten am niederländischen Strand: Die Strandbiester, hier Ordis, von Künstler Theo Jansen. // Foto Theo Jansen
Ein Mini-Strandbiest zum Zusammenbauen: So soll der Preis von BUW-Student Till Lehnen am Ende aussehen. // Foto Marylen Reschop