Französisch als Sprungbrett

Zukunftsmesse West: Bildungs- und Karrierewege in frankophonen Ländern

28.09.2026|10:13 Uhr

Eröffnung der Zukunftsmesse West Campus Grifflenberg

Eröffneten die Zukunftsmesse West: Prof. Dr. Peter Gust, Prorektor für Third Mission und Internationales an der Bergischen Universität Wuppertal (links), Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch, Vizepräsidentin der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH), Xavier Fournier, Generalkonsul für Frankreich in Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf (rechts) und der Unilöwe.

Nachdem die Zukunftsmesse im vergangenen Jahr als „Zukunftsmesse Nord" an der Universität Bremen ihre Premiere feierte, wurde das neue Messeformat rund um die Frankophonie nun auch im Westen Deutschlands erfolgreich umgesetzt: An der Bergischen Universität Wuppertal luden am 22. und 23. September 2026 über 50 Stände von Universitäten, Hochschulen, Kulturinstituten und Vereinen Schüler*innen und Interessierte dazu ein, die vielfältigen Möglichkeiten zu entdecken, Französisch in Ausbildung und Berufsleben zu integrieren. Ob romanistische oder bilinguale Studiengänge, ein freiwilliges soziales Jahr in einem französischsprachigen Land, Praktika, Austauschprogramme oder französische Unternehmen und Institutionen in Deutschland – die „Zukunftsmesse West" zeigte eindrucksvoll: Wer Französisch lernt, eignet sich weit mehr an als nur eine Sprache.

Französisch: Sprache mit hohem Karriere-Potenzial

Mehr als 800 Schüler*innen ab Klasse 9, Studierende und weitere Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich auf dem Hauptcampus Grifflenberg der Bergischen Universität informieren, beraten und inspirieren zu lassen. Das Interesse der Besucher*innen freute Organisator*innen und Ausstellende. Denn die französische Sprache hat ein enormes Potenzial für den Berufsweg junger Menschen: „In 29 Ländern der Erde ist Französisch Amtssprache und wird von etwa 320 Millionen Menschen weltweit gesprochen. Frankreich zählt zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Deutschlands. Es ist der zweitgrößte Absatzmarkt für deutsche Waren weltweit und der wichtigste Absatzmarkt innerhalb der EU. Gleichzeitig bestehen umfangreiche gegenseitige Direktinvestitionen und eine starke Präsenz deutscher und französischer Unternehmen in beiden Märkten. Und: In diesen Tagen beraten die EU und Kanada, wo Französisch die erste Amtssprache von mehr als 20 Prozent der Einwohner*innen ist, über eine engere Zusammenarbeit“, so Prof. Dr. Peter Gust, Prorektor für Third Mission und Internationales der Bergischen Universität Wuppertal in seinem Grußwort. Auch Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch, Vizepräsidentin der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH), und Xavier Fournier, Generalkonsul für Frankreich in Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, unterstrichen die Bedeutung des Französischen für zukünftige Bildungswege zur Eröffnung der Zukunftsmesse West.

Die Zukunftsmesse West richtete den Blick dabei über Frankreich hinaus auf den gesamten frankophonen Raum. Dazu gehören neben Kanada unter anderem Belgien, Luxemburg, die Schweiz und auch die französischsprachigen Länder Afrikas. Französisch kann dabei je nach Studien- oder Berufsfeld notwendige Voraussetzung oder wichtige Kommunikationssprache sein. Gleichzeitig ist die deutsch-französische Partnerschaft in ihrer Dichte und Vielfalt außergewöhnlich: „Kaum zwei Länder sind durch so viele gemeinsame Hochschulen, Institutionen, Austauschprogramme und Fördermöglichkeiten miteinander verbunden. Gerade für Studierende bedeutet das, dass ein Aufenthalt im jeweils anderen Land heute viel niedrigschwelliger möglich ist, als viele denken – finanziell, organisatorisch und auch sprachlich. Wer Frankreich als Studien- oder Arbeitsort entdeckt, findet ein dichtes Netz an Unterstützung vor. Ein Auslandsaufenthalt muss deshalb kein Privileg für wenige sein, sondern kann für viele Studierende eine realistische und finanzierbare Erfahrung werden“, weiß Andrea Bieck, Leiterin des International Office der Bergischen Universität Wuppertal.

 

Französisch: Mehr als nur ein Schulfach

An 50 Messeständen hatten die Besucher*innen an beiden Messetagen die Gelegenheit, direkt mit Hochschulen, deutsch-französischen Institutionen und weiteren Organisationen ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt standen dabei ganz konkrete Fragen: Welche Studiengänge führen zu internationalen Berufen? Welche Möglichkeiten bietet ein Studium in Frankreich oder einem anderen frankophonen Land? Wie lassen sich Praktika, ein Gap Year oder ein Auslandsaufenthalt finanzieren? Und in welchen Berufsfeldern sind Französischkenntnisse derzeit besonders gefragt?

Ergänzt wurde die Messe durch Vorträge, Präsentationen und Mikrofortbildungen. Am ersten Messetag stand unter anderem eine Table Ronde unter dem Titel „Französisch – ein Sprungbrett für die Zukunft?!“ auf dem Programm. Initiator der Zukunftsmesse West, der Vorsitzende der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e.V. (VdF) Grégoire Fischer ist sich bewusst, dass Französisch keine leicht zu erlernende Sprache sei. Er betonte in seinem Appell an die anwesenden Schulgruppen: „Lassen Sie sich nicht von Aussprache und Grammatik abschrecken. Wagen Sie den Schritt ins Ausland und knüpfen Sie persönliche Kontakte. Eine Sprache zu fühlen und hautnah zu erleben, ist etwas ganz anderes, als sie nur im Klassenraum zu lernen. Es geht dabei nicht allein um ein Zertifikat, eine bessere berufliche Perspektive oder einen Eintrag im Lebenslauf. Es geht darum, Menschen kennenzulernen, andere Lebensweisen zu entdecken und eine Sprache wirklich zu erleben. Diese Erfahrungen bleiben – und sie verändern den eigenen Blick auf die Welt.“

 

Französisch studieren an der Bergischen Universität Wuppertal

Die Bergische Universität Wuppertal (BUW) bietet den Bachelor-Studiengang Angewandte Kultur- und Wirtschaftsstudien: Deutsch-Französisch und den Masterstudiengang Angewandte deutsch-französische Studien: Kultur, Wirtschaft, Nachhaltigkeit. Beides sind binationale Studiengänge in Kooperation mit der Université de Franche-Comté in Besançon. Die Absolvent*innen dieser Studiengänge erwerben einen Doppelabschluss: ein deutsches Bachelor-/Master-Zeugnis sowie ein Zeugnis über die französische Licence bzw. den französischen Master Langues, Littératures et Civilisations Étrangères et Régionales (LLCER). Zusätzlich wird ein Diplom der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) verliehen, das internationale Anerkennung genießt. Für die Auslandsphase erhalten die Studierenden ein Stipendium der DFH.

Französisch kann ebenso als Kombinationsfach mit anderen Fächern studiert werden, auch mit Perspektive Lehramt.

Ihren Studierenden ermöglicht die BUW studienbezogene Auslandsaufenthalte in Frankreich durch ein umfassendes Partnernetzwerk, u.a. in Paris, Lille, Poitiers, Grenoble, Toulouse, Nizza oder auch Wuppertals Partnerstadt Saint-Étienne.

 

Hintergrund: Zukunftsmesse West
Die Zukunftsmesse wird veranstaltet von der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e.V. (VdF), der Deutsch-Französischen-Hochschule (DFH), dem Institut français Deutschland / Französische Botschaft in Berlin und der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V. (VDFG). Die Zukunftsmesse West wird von der Landesinitiative Europa-Schecks des Ministers für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. 

 

Hintergrund: Deutsch-Französische Hochschule

Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) ist eine 1997 von Deutschland und Frankreich gegründetes Hochschulnetzwerk mit der Mission, deutsch-französische Studiengänge zu initiieren, zu evaluieren und finanziell zu fördern. Die verschiedensten Fachrichtungen, von Ingenieurwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften über Naturwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zur Lehrerbildung, sind vertreten.
Die Programme werden von einem Netzwerk aus 210 Universitäten, Fachhochschulen und Grandes Écoles in knapp 140 Städten aus Deutschland, Frankreich und Drittländern angeboten. Derzeit nehmen fast 6.000 Studierende an den von der DFH geförderten Kooperationen teil. Es gibt weltweit kein vergleichbares binationales Projekt.

 

Weitere Informationen zu Französisch-Studienmöglichkeiten

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