Mitmachen für die Demokratie: BUW feiert das Grundgesetz
Die Sorge um die Akzeptanz und die Zukunft unserer Demokratie wächst. Das, was unsere Demokratie zusammenhält, wie die Spielregeln ein Fußballspiel, steht dabei oft gar nicht im Fokus: die Verfassung. Dabei war der „Gesellschaftsvertrag“ als Ausdruck einer „Volonté Générale“ in der Europäischen Geschichte geradezu Ausgangspunkt für Nach-Monarchistische Staatsformen: die moderne Demokratie. Über die Verfassung und das, was sie für unsere Demokratie bedeutet, erneut nachzudenken – dazu fordert der Bundespräsident mit dem bundesweiten Ehrentag zum Geburtstag der Verfassung auf. Das Rektorat und andere Akteur*innen der BUW laden zu einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm ein: Vorträge, Diskussionen, Führungen und eine Ausstellung eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Demokratie, Freiheit und gesellschaftliches Miteinander.
Vortrag: „Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist“
(Meinungs-)Freiheit im Grenzbereich: „Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist“, erläutert Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Paul Mecheril von der Universität Bielefeld beim „Diversity Lunch“ am 12. Mai. Weil die Weigerung, Rassismus – etwa bei der Polizei, der Wohnungs- und Stellenvergabe, in Bildungsinstitutionen – zu thematisieren, rassistische Routinen stabilisiert, beginnt Rassismuskritik mit dem Sprechen über Rassismus. Was das bedeutet und welchen Beitrag Rassismuskritik zur Analyse gesellschaftlicher Gegenwart leisten kann, soll im Vortrag zur Diskussion gestellt werden. Thematisiert wird die Frage, was es heißt, in der programmatisch postrassistischen und der Idee der Demokratie verpflichteten Migrationsgesellschaft politisch gebildet zu sein.
Veranstalter*innen: Stabsstelle Gleichstellung und Vielfalt, Prof. Dr. David Gerlach und Jun.-Prof. Dr. Miriam Schwarzenthal
Wann und Wo? 12. Mai, 12 bis 14 Uhr; Ort: Senatssaal (Gebäude K, Ebene 11, Raum 07), Campus Grifflenberg, Gaußstr. 20
Vortrag: „Demokratie und Redefreiheit“
Prof. Dr. Dr. h.c. Christian von Coelln // Foto Pascal Buenning
„Demokratie und Redefreiheit“ beschäftigen Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Christian von Coelln, von der Universität zu Köln, der am 12. Mai beim „Zukunftsforum Demokratie“ zu Gast an der BUW ist. Universitäten sind Orte größtmöglicher Redefreiheit – oder sollten es sein. In der Realität ist das jedoch nicht selbstverständlich, da immer wieder gefordert wird, bestimmte Personen oder Positionen auszuschließen. Den Rahmen der Redefreiheit setzt seit 1949 vor allem das Grundgesetz, das ein hohes, aber nicht unbegrenztes Maß an Freiheit garantiert. Es schützt die freie Rede durch Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit, die oft verwechselt werden. Vortrag und Diskussion sollen helfen, diese Rechte besser zu verstehen und den tatsächlichen Inhalt des Grundgesetzes klarer zu erkennen.
Veranstalter: Rektorat der Bergischen Universität Wuppertal
Wann und wo? 12. Mai, 18.30 Uhr; Ort: Hörsaal 26 (Gebäude I, Ebene 13, Raum 65), Campus Grifflenberg, Fuhlrottstraße 10.
Tagung: „nachhaltig demokratisch“
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Klimakrise, Autoritarismus und Desinformation setzen demokratische Gesellschaften zunehmend unter Druck. Die Tagung „nachhaltig demokratisch“ fragt, wie ökologische und demokratische Nachhaltigkeit zusammengedacht werden können – und welche politischen sowie gesellschaftlichen Wege es gibt, Demokratie unter diesen Bedingungen zukunftsfähig zu machen. Im Zentrum am 20. Mai steht die Frage, wie demokratische Lebensformen unter Bedingungen multipler Krisen – insbesondere der Klimakrise und zunehmender autoritärer Politiken – nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden können. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der BUW (Praktische Philosophie), der Universität Duisburg-Essen, der Technischen Universität Dortmund, dem Wuppertal Institut und dem Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent).
Veranstalterin: Prof. Dr. Jule Govrin, Vertretungsprofessorin für Praktische Philosophie an der Bergischen Universität
Wann und Wo? 20. Mai, 13.30 bis 18.15 Uhr; Ort: Wuppertal Institut, Aula, Döppersberg 19, 42103 Wuppertal. Der Abendvortrag „Nach der Nachhaltigkeit: Demokratische Alternativen zu Autoritarismus und Greenlash“ findet von 19.00 bis 20.30 Uhr in Utopiastadt, Mirker Str. 48, statt.
Führung durch das Universitätsarchiv
Dr. Friederike Jesse // Foto Friederike von Heyden
„Räume für Demokratie und Wissenschaft“ zeigt Dr. Friederike Jesse und führt als Leiterin des Universitätsarchivs am 21. Mai durch das Gedächtnis der BUW. Archive bilden Handeln ab, sie dokumentieren Geschichte – für ihre Institution, ihre Kommune oder ihr Land. Als Wissens- und Gedächtnisspeicher, ermöglichen sie Erinnerung und sind deshalb wichtige Akteure in der demokratischen Gesellschaft.
Das Universitätsarchiv in Wuppertal besteht seit 1990. Es ist öffentlich, ein Ort für Forschung, Wissenschaft und sachliche Information.
Veranstalterin: Dr. Friederike Jesse, Leiterin des Universitätsarchivs
Wann und wo? 21. Mai, jeweils um 11 Uhr und 13 Uhr (Dauer: ca. 30 bis 45 Minuten); Ort: Universitätsarchiv (Gebäude FD, Ebene 02, Raum 03), Campus Freudenberg, Rainer-Gruenter-Straße.
Anmeldung erwünscht an archiv[at]uni-wuppertal.de
Führung durch die Johannes Rau-Bibliothek
Die Johannes Rau-Bibliothek auf dem Campus Grifflenberg beherbergt gleich mehrere Verfassungsschriften. // Foto Sebsatian Jarych
„Die Verfassung(en) in der Johannes Rau-Bibliothek“ kennt Peter Hulajko, Leiter der Fachbibliothek 7 am Campus Freudenberg; er führt am 21. Mai durch die Bibliothek eines Bundespräsidenten. Warum kehrte die Privatbibliothek Johannes Raus nach Wuppertal zurück? Nicht nur dieser Frage geht die Führung auf den Grund. Sie bietet außerdem spannende Einblicke in Bau und Bestand der persönlichen Sammlung, die auch mehrere Verfassungsschriften enthält.
Veranstalter: Uwe Stadler, Leiter der Universitätsbibliothek
Wann und wo? 21. Mai, 13 Uhr; Ort: Johannes Rau-Zentrum, Campus Freudenberg, Rainer Gruenter Str. 5.
Anmeldung erforderlich an hulajko[at]uni-wuppertal.de oder unter 0202/439-1686
Neue Ausstellung in der Kunsthalle Barmen
„merry company – fröhliche Gemeinschaft“ zeigt die neue Ausstellung ab dem 23. Mai in der Kunsthalle Barmen und rückt damit die gesellschaftliche Bedeutung von gesellschaftlicher Teilhabe und gemeinsamer Verantwortung in den Fokus. merry company widmet sich der Kraft der Gemeinschaft in Kunst und Forschung. Gezeigt werden Arbeiten von Kollektiven sowie künstlerische Positionen, die sich mit Fragen von Gemeinschaft und Zusammenarbeit auseinandersetzen. Ergänzt wird die Ausstellung durch herausragende Beispiele von Forschungsgruppen und Netzwerken der Bergischen Universität Wuppertal, die kollektive Formen der Wissensentwicklung sichtbar machen. merry company richtet den Blick auf eine Praxis, die Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen prägt: das gemeinsame Arbeiten.
Veranstalterin: Prof. Katja Pfeiffer, Professorin für Kunst an der Bergischen Universität und Leiterin der Kunsthalle Barmen
Wann und wo? 23. Mai, 19 Uhr (Vernissage); Ort: Kunsthalle Barmen, Geschwister-Scholl-Platz 4-6
Ab dem 23. Mai geht es in der Kunsthalle Barmen um die gesellschaftliche Bedeutung von gesellschaftlicher Teilhabe und gemeinsamer Verantwortung. // Grafik Kunsthalle Barmen
Vortrag zum Grundgesetz von Prof. Dr. Andreas Heusch
„Das Grundgesetz – Entfaltung und Krise der freiheitlichen demokratischen Ordnung“ ist am 27. Mai das Thema des Vortrags von Prof. Dr. Andreas Heusch, Vizepräsident des Verfassungsgerichtshofs für das Land NRW. Nach NS-Diktatur, Krieg und Besatzung hat das Grundgesetz, das nie förmlich in einer Abstimmung vom Volk angenommen wurde, 1949 unseren Rechtstaat begründet. Das Bundesverfassungsgericht hat diese grundrechtlichen Garantien seitdem entfaltet und so zur Verfassung des Volkes gemacht – in deren Mittelpunkt der Einzelne mit seiner unveräußerlichen Würde und Freiheit steht. Doch nun scheinen die selbstverständlichen freiheitlichen Garantien, ihre Strukturen und Prozeduren in Folge politischer Krisen in Frage gestellt. Andreas Heusch ist überzeugt: Um die Krise zu überwinden, braucht es schonungslose Ursachenforschung und Rückbesinnung.
Musikalische Begleitung: Pia Patricia Wurm und Marie Wewers/Querflöten
Veranstalter: Prof. Dr. Wolfgang Baumann, Vorsitzender der Bergischen Juristengesellschaft
Wann und wo? 27. Mai, 18 Uhr; Ort: Johannes Rau-Zentrum, Campus Freudenberg, Rainer Gruenter Str. 5.