Newsportal

 

 

Austauschtreffen

Zwischen Sicherheit, Prävention und (Hochschul-)recht: Hochschuljurist*innen aus ganz NRW tagen in Wuppertal

01.10.2026|13:56 Uhr

Gesellschaftliche Spannungen, Fragen von Sicherheit und Prävention sowie aktuelle rechtliche Anforderungen stellen Hochschulen vor neue Herausforderungen. Wie können sie diesen Entwicklungen begegnen und zugleich offene Orte für Wissenschaft, Bildung und Austausch bleiben?

Sieben Personen stehen vor eineem gefüllten Hörsaal und lächeln in die Kamera.

Beim Jurist*innentreffen auf dem Campus Freudenberg (v.l.n.r.): Marion Heedmann (Polizei Wuppertal), Dr. Joris Steg (BUW), Dr. Tim Lukas (BUW), Rektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff, Kanzlerin Dr. Ursula Löffler, Justiziarin Beate Märtin und Prof. Dr. Roland Goertz (BUW). // Foto Friederike von Heyden

Diese Themen standen im Mittelpunkt des Jurist*innentreffen NRW am 24. und 25. September an der Bergischen Universität Wuppertal. Rund 80 Jurist*innen aus Hochschulverwaltungen in ganz NRW kamen auf dem Campus Freudenberg zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen für die Hochschulpraxis zu suchen.

„Als Universität stehen wir mitten in der Gesellschaft und sind mit all ihren Veränderungen und Herausforderungen konfrontiert. Juristisches Wissen bietet uns Orientierung und konkrete Lösungen. Das Jurist*innentreffen bietet eine Plattform, um im Schulterschluss über Hochschulgrenzen hinweg Uni-Leben gemeinsam zu gestalten. Es müssen nicht alle alles selbst erfinden“, betonte Rektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff in ihrem Grußwort.

Ein Schwerpunkt des zweitägigen Treffens lag auf Fragen von Sicherheit und Prävention. Die Podiumsdiskussion „Mobbing, Gewalt(-Prävention) an der Hochschule“ thematisierte unter anderem gesellschaftliche Verrohung, Beleidigungen und Gewalt an Hochschulen, den Wandel vom reaktiven Umgang mit Gewalt hin zu präventiven Ansätzen sowie den Umgang mit Personen mit Risikopotenzial und Möglichkeiten frühzeitiger Intervention.

„Universitäten tragen nicht nur Verantwortung dafür, Raum für Wissenschaft, Forschung und Fortschritt zu schaffen, sondern auch für offene Debatten und einen lösungsorientierten Diskurs zum Wohl unserer Gesellschaft. Dafür brauchen wir Klarheit über gesellschaftliche Anforderungen und rechtliche Herausforderungen. Der Austausch der Hochschuljurist*innen leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, erklärte Dr. Ursula Löffler, Kanzlerin der Bergischen Universität Wuppertal.

Gerade vor dem Hintergrund wachsender Verunsicherung und eines veränderten Sicherheitsbedürfnisses gewinnt der Austausch zwischen den Hochschulen an Bedeutung.

„Universitäten sind keine Inseln. Gesellschaftliche Veränderungen und Konflikte machen auch vor unseren Hochschulen nicht halt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns fachübergreifend austauschen, Erfahrungen teilen und gemeinsam daran arbeiten, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu handeln“, verdeutlichte Beate Märtin, Justiziarin der Bergischen Universität Wuppertal und Gastgeberin des Veranstaltungsformats.

Neben Sicherheit und Prävention standen weitere aktuelle Rechtsfragen auf der Agenda. Dazu gehörten eine neue Abmahnwelle im Zusammenhang mit der öffentlichen Zugänglichmachung geschützten Bildmaterials sowie die Universität als Ort gesetzmäßiger Verwaltung und die daraus resultierenden Anforderungen, insbesondere mit Blick auf den Regelungsansatz des Hochschulstärkungsgesetzes.

Das Jurist*innentreffen NRW 2026 machte damit erneut deutlich: Rechtliche Expertise ist an Hochschulen längst nicht auf einzelne Rechtsgebiete oder die Bearbeitung konkreter Einzelfälle beschränkt. Sie ist ein wichtiger Bestandteil, wenn Hochschulen auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren, Risiken begegnen und zugleich ihre Rolle als Orte von Wissenschaft, Bildung und offenem Austausch sichern wollen.