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Finanzierung des Stromnetzausbaus

Wissenschaftliche Expertise der Bergischen Universität unterstützt Regulierung der Energiewende

29.06.2026|10:31 Uhr

Wie können die richtigen Anreize für Investitionen in den Ausbau der Stromnetze geschaffen werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Wissenschaftsdialog der Bundesnetzagentur, bei dem Prof. Dr. André Betzer von der Bergischen Universität Wuppertal ein aktuelles Gutachten zur Finanzierung von Strom-Übertragungsnetzen vorstellte.

Ob Netzbetreiber ihre Stromnetze ausbauen, hängt auch davon ab, ob sich ihre Investitionen wirtschaftlich lohnen. // Foto elxeneize – stock.adobe.com

Professor Betzer, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzwirtschaft und Corporate Governance, hatte das Gutachten gemeinsam mit Prof. Dr. Richard Stehle (Humboldt-Universität zu Berlin) und Dr. Samed Krüger (Bergische Universität Wuppertal) im Auftrag der Bundesnetzagentur erstellt. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, ob bei der Festlegung der Eigenkapitalverzinsung für Strom-Übertragungsnetzbetreiber ein zusätzlicher Zuschlag erforderlich ist.

Eigen- und Fremdkapitalverzinsung im Stromübertragungsnetz

An dem Wissenschaftsdialog nahmen Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen von Regulierungsbehörden sowie Fachleute aus der Energiewirtschaft teil. Ziel der Veranstaltung war es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ausgestaltung der Eigen- und Fremdkapitalverzinsung im Stromübertragungsnetz zu diskutieren.

Die Höhe der regulatorischen Verzinsung des eingesetzten Kapitals spielt eine entscheidende Rolle für Investitionen in die Stromnetze. Sie beeinflusst, ob Netzbetreiber ausreichend Anreize haben, in den dringend benötigten Ausbau der Infrastruktur zu investieren – eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Das Gutachten liefert wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Bestimmung angemessener Eigenkapitalkosten und unterstützt damit eine faktenbasierte Weiterentwicklung der Regulierung.

Austausch zwischen universitärer Forschung und Regulierungspraxis

„Der Wissenschaftsdialog zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen universitärer Forschung und Regulierungspraxis ist. Wissenschaftlich fundierte Analysen können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, langfristig tragfähige Investitionsanreize zu schaffen und gleichzeitig die Interessen der Verbraucher*innen angemessen zu berücksichtigen“, sagt Prof. Betzer.

Die Einladung zum Wissenschaftsdialog unterstreicht die langjährige Expertise des Lehrbereichs Finanzwirtschaft und Corporate Governance der Bergischen Universität Wuppertal in der regulatorischen Finanzmarktforschung. Seit 2018 erstellen Professor Richard Stehle und Professor André Betzer gemeinsam wissenschaftliche Gutachten zur Bestimmung von Eigenkapitalkosten und Marktrisikoprämien für Regulierungsbehörden, darunter die Bundesnetzagentur und die österreichische Schienen-Control GmbH.

Schnittstelle von Finanzwirtschaft, Regulierung und Energiepolitik

„Mit ihrer Forschung trägt die Bergische Universität Wuppertal dazu bei, Lösungen für gesellschaftlich relevante Herausforderungen an der Schnittstelle von Finanzwirtschaft, Regulierung und Energiepolitik zu entwickeln“, erklärt André Betzer. Der enge Austausch mit Behörden und anderen Praxispartnern zeige, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in politische und regulatorische Entscheidungen einfließen können.

Das Gutachten finden Sie auf der Webseite der Bundesnetzagentur.