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Studiengangsmarketing neu denken: Vom Nebenschauplatz zur Schlüsselstrategie

05.05.2026|08:09 Uhr

Marketing für Studiengänge ist weit mehr als Werbung für einzelne Angebote – es ist ein zentraler Hebel im Wettbewerb um Studierende. Warum es jetzt auf klare Strategien, enge Zusammenarbeit und den Mut zur Fokussierung ankommt und wie die Bergische Uni diesen Wandel gestalten will, beschreibt Stefanie Schitteck. Sie ist seit Mai Leiterin Marketing mit Schwerpunkt Studiengangsmarketing an der BUW.

Foto Peter Gwiazda

An der BUW wird in Fakultäten und zentralen Einrichtungen bereits viel zur Studierendengewinnung getan. Ein erster Schritt ist daher die systematische Bestandsaufnahme vorhandener Maßnahmen, um Angebote, Schnittstellen und Lücken zu identifizieren. Im Austausch mit den Akteur*innen will ich den Status quo erfassen, Bedarfe erkennen und prüfen, welche Maßnahmen ihre Ziele noch nicht erreichen.

Gleichzeitig möchte ich auch auf die erfolgreichen Konzepte schauen, die sich vielleicht auch für Studiengänge oder Fakultäten eignen, die in ihrer Kampagnenplanung noch am Anfang stehen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in eine ganzheitliche Strategie, eine Neuausrichtung fließen. Auch die Vernetzung der Akteur*innen, die sich an der BUW mit Studiengangsmarketing und Studierendengewinnung beschäftigen, wird eine zentrale Aufgabe werden.

Enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit

Wir verstehen uns als Serviceeinheit, die Fakultäten und zentrale Einrichtungen bei Studiengangsmarketing und Studierendengewinnung berät. Dabei spielen Timing, Ansprache, Kanäle sowie die Auswahl geeigneter Werbemittel eine wichtige Rolle. Ebenso bedeutsam ist die Evaluation von Kampagnen, um für zukünftige Maßnahmen zu lernen. Mein Ziel ist eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit, die unsere Studiengänge und die Bergische Universität weiter nach vorne bringt.

Ganz besonders spannend finde ich den anstehenden Strategieprozess im Zuge der Neuausrichtung, der die Grundlage für künftige Marketingmaßnahmen bildet. Gleichermaßen freue ich mich auch sehr auf die ersten Kampagnen, die aus der Strategie entwickelt werden. Ihr Erfolg wird uns zeigen, ob wir Strategien und Ziele richtig gewählt haben oder an der ein oder anderen Stelle weiter nachjustieren müssen.

Zielgruppe genau vor Augen führen

Universitätsmarketing und Studiengangsmarketing sind eng miteinander verknüpft, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele: Während Universitätsmarketing auf die Imagebildung der gesamten Universität und die Ansprache verschiedener Stakeholder abzielt, konzentriert sich Studiengangsmarketing auf einzelne Angebote und spezifische Zielgruppen. Dementsprechend passgenau können auch die Kanäle und Werbemittel ausgewählt werden.

Die neue Leiterin des Unimarketings: Stefanie Schitteck // Foto Friederike von Heyden

Wichtig ist dabei natürlich, sich die Zielgruppe genau vor Augen zu führen und darauf aufbauend die Kampagne zu planen: Welche Interessen hat die Zielgruppe, wie sieht das Mediennutzungsverhalten aus, wo erreicht man die Zielgruppe am besten und mit welcher Botschaft? Studiengangsmarketing ist dabei agiler und stärker auf kurzfristige Ziele wie Einschreibezahlen ausgerichtet, während Universitätsmarketing langfristig das Image stärkt.

Fokus auf digitale Kanäle

Digitale Kanäle und Social Media sind entscheidend, um Studieninteressierte zu erreichen. Die Zielgruppe ist überwiegend digital und mobil unterwegs, gleichzeitig wächst der Wunsch nach individueller Beratung. Neben Online-Angeboten und Social Media-Kommunikation gewinnen deshalb auch niedrigschwellige Kontaktmöglichkeiten wie Terminbuchungen, Chats oder Messenger-Dienste an Bedeutung.

Um Studiengänge in den relevanten Kanälen sichtbar zu machen, ist es erst einmal wichtig, sich ihrer Besonderheiten und Stärken bewusst zu sein. Was ist das Alleinstellungsmerkmal, das den Studiengang im Vergleich zu anderen Hochschulen besonders macht? Gibt es vielleicht besondere Module oder Studienschwerpunkte, individuelle Unterstützungsmöglichkeiten, besonders kleine Gruppen für intensive Lernerfahrungen, interdisziplinäre Angebote oder Kooperationen für bessere Karrierechancen? Dann sollten diese Stärken in der Botschaft vorangestellt und regelmäßig wiederholt werden, damit sie „gelernt“ werden können. Ein Medienmix mit Fokus auf digitale Kanäle ist sinnvoll, ebenso wie Peer-Kommunikation, bei der Studierende authentisch von ihren Erfahrungen berichten.

Vorteile klar kommunizieren

Wer sich für ein Studium an der BUW entscheidet, trifft eine hervorragende Wahl für die Zukunft: Ein Studium in einer familiären Lernumgebung mit sehr guter Lehre, vielfältigen Unterstützungsangeboten, interessanten Möglichkeiten für ein Semester im Ausland und vielfältigen außercurricularen Veranstaltungen mit einem bunten Campusleben. Diese Vorteile müssen wir klar herausstellen und vermitteln.

Wuppertal überzeugt zudem durch vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten, kulturelle Vielfalt und Nähe zur Natur. Das Bergische Städtedreieck bietet durch starke Unternehmen attraktive Karrierechancen. Diese Vorteile gilt es klar zu kommunizieren. Entscheidend ist dabei die enge Vernetzung von Universität, Stadt und Wirtschaft, um das Bild eines lebenswerten Studiums in einer zukunftsstarken Region glaubwürdig zu vermitteln. Ohne starke Partner, die dieses Netzwerk lebendig machen, funktioniert die Message nicht.

Stefanie Schitteck