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Bundesweiter Aktionstag

Mitmachen für die Demokratie: BUW feiert das Grundgesetz

28.04.2026|14:26 Uhr

Die Sorge um die Akzeptanz und die Zukunft unserer Demokratie wächst. Das, was unsere Demokratie zusammenhält, wie die Spielregeln ein Fußballspiel, steht dabei oft gar nicht im Fokus: die Verfassung. Über sie und das, was sie für unsere Demokratie bedeutet, erneut nachzudenken – dazu fordert der Bundespräsident mit dem bundesweiten Ehrentag zum Geburtstag des Grundgesetzes auf. Das Rektorat und andere Akteur*innen der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) laden zu einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm ein: Vorträge, Diskussionen, Führungen und eine Ausstellung eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Demokratie, Freiheit und gesellschaftliches Miteinander.

(Meinungs-)Freiheit im Grenzbereich: Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist“, erläutert Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Paul Mecheril von der Universität Bielefeld beim „Diversity Lunch“ am 12. Mai. Weil die Weigerung, Rassismus – etwa bei der Polizei, der Wohnungs- und Stellenvergabe, in Bildungsinstitutionen – zu thematisieren, rassistische Routinen stabilisiert, beginnt Rassismuskritik mit dem Sprechen über Rassismus. Was das bedeutet und welchen Beitrag Rassismuskritik zur Analyse gesellschaftlicher Gegenwart leisten kann, soll im Vortrag zur Diskussion gestellt werden. Thematisiert wird die Frage, was es heißt, in der programmatisch postrassistischen und der Idee der Demokratie verpflichteten Migrationsgesellschaft politisch gebildet zu sein.

12. Mai, 12 bis 14 Uhr; Ort: Senatssaal (Gebäude K, Ebene 11, Raum 07), Campus Grifflenberg, Gaußstr. 20

„Demokratie und Redefreiheit“ beschäftigen Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Christian von Coelln, von der Universität zu Köln, der am 12. Mai beim „Zukunftsforum Demokratie“ zu Gast an der BUW ist. Universitäten sind Orte größtmöglicher Redefreiheit – oder sollten es sein. In der Realität ist das jedoch nicht selbstverständlich, da immer wieder gefordert wird, bestimmte Personen oder Positionen auszuschließen. Den Rahmen der Redefreiheit setzt seit 1949 vor allem das Grundgesetz, das ein hohes, aber nicht unbegrenztes Maß an Freiheit garantiert. Es schützt die freie Rede durch Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit, die oft verwechselt werden. Vortrag und Diskussion sollen helfen, diese Rechte besser zu verstehen und den tatsächlichen Inhalt des Grundgesetzes klarer zu erkennen.

12. Mai, 18.30 Uhr; Ort: Hörsaal 26 (Gebäude I, Ebene 13, Raum 65), Campus Grifflenberg, Fuhlrottstraße 10. Anmeldung unter https://uni-w.de/henc8 erforderlich

Klimakrise, Autoritarismus und Desinformation setzen demokratische Gesellschaften zunehmend unter Druck. Die Tagung „nachhaltig demokratisch“ fragt, wie ökologische und demokratische Nachhaltigkeit zusammengedacht werden können – und welche politischen sowie gesellschaftlichen Wege es gibt, Demokratie unter diesen Bedingungen zukunftsfähig zu machen. Im Zentrum am 20. Mai steht die Frage, wie demokratische Lebensformen unter Bedingungen multipler Krisen – insbesondere der Klimakrise und zunehmender autoritärer Politiken – nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden können. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der BUW (Praktische Philosophie), der Universität Duisburg-Essen, der Technischen Universität Dortmund, dem Wuppertal Institut und dem Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent).

20. Mai, 13.30 bis 18.15 Uhr; Ort: Wuppertal Institut, Aula, Döppersberg 19, 42103 Wuppertal. Der Abendvortrag „Nach der Nachhaltigkeit: Demokratische Alternativen zu Autoritarismus und Greenlash“ findet von 19.00 bis 20.30 Uhr in Utopiastadt, Mirker Str. 48, statt. Anmeldung unter https://uni-w.de/hxuko

„Räume für Demokratie und Wissenschaft“ zeigt Dr. Friederike Jesse und führt als Leiterin des Universitätsarchivs am 21. Mai durch das Gedächtnis der BUW. Archive bilden Handeln ab, sie dokumentieren Geschichte – für ihre Institution, ihre Kommune oder ihr Land. Als Wissens- und Gedächtnisspeicher, ermöglichen sie Erinnerung und sind deshalb wichtige Akteure in der demokratischen Gesellschaft. Das Universitätsarchiv in Wuppertal besteht seit 1990. Es ist öffentlich, ein Ort für Forschung, Wissenschaft und sachliche Information.

21. Mai, jeweils um 11 Uhr und 13 Uhr (Dauer: ca. 30 bis 45 Minuten); Ort: Universitätsarchiv (Gebäude FD, Ebene 02, Raum 03), Campus Freudenberg, Rainer-Gruenter-Straße. Anmeldung erwünscht an archiv[at]uni-wuppertal.de

„Die Verfassung(en) in der Johannes-Rau-Bibliothek“ kennt Peter Hulajko, Leiter der Fachbibliothek 7 am Campus Freudenberg; er führt am 21. Mai durch die Bibliothek eines Bundespräsidenten. Warum kehrte die Privatbibliothek Johannes Raus nach Wuppertal zurück? Nicht nur dieser Frage geht die Führung auf den Grund. Sie bietet außerdem spannende Einblicke in Bau und Bestand der persönlichen Sammlung, die auch mehrere Verfassungsschriften enthält.

21. Mai, 13 Uhr; Ort: Johannes Rau-Zentrum, Campus Freudenberg, Rainer Gruenter Str. 5. Anmeldung erforderlich an hulajko[at]uni-wuppertal.de oder unter 0202/439-1686

„merry company – fröhliche Gemeinschaft“ zeigt die neue Ausstellung ab dem 23. Mai in der Kunsthalle Barmen und rückt damit die gesellschaftliche Bedeutung von gesellschaftlicher Teilhabe und gemeinsamer Verantwortung in den Fokus. merry company widmet sich der Kraft der Gemeinschaft in Kunst und Forschung. Gezeigt werden Arbeiten von Kollektiven sowie künstlerische Positionen, die sich mit Fragen von Gemeinschaft und Zusammenarbeit auseinandersetzen. Ergänzt wird die Ausstellung durch herausragende Beispiele von Forschungsgruppen und Netzwerken der Bergischen Universität Wuppertal, die kollektive Formen der Wissensentwicklung sichtbar machen. merry company richtet den Blick auf eine Praxis, die Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen prägt: das gemeinsame Arbeiten.

23. Mai, 19 Uhr (Vernissage); Ort: Kunsthalle Barmen, Geschwister-Scholl-Platz 4-6

„Das Grundgesetz – Entfaltung und Krise der freiheitlichen demokratischen Ordnung“ ist am 27. Mai das Thema des Vortrags von Prof. Dr. Andreas Heusch, Vizepräsident des Verfassungsgerichtshofs für das Land NRW. Nach NS-Diktatur, Krieg und Besatzung hat das Grundgesetz, das nie förmlich in einer Abstimmung vom Volk angenommen wurde, 1949 unseren Rechtstaat begründet. Das Bundesverfassungsgericht hat diese grundrechtlichen Garantien seitdem entfaltet und so zur Verfassung des Volkes gemacht – in deren Mittelpunkt der Einzelne mit seiner unveräußerlichen Würde und Freiheit steht. Doch nun scheinen die selbstverständlichen freiheitlichen Garantien, ihre Strukturen und Prozeduren in Folge politischer Krisen in Frage gestellt. Andreas Heusch ist überzeugt: Um die Krise zu überwinden, braucht es schonungslose Ursachenforschung und Rückbesinnung.

27. Mai, 18 Uhr; Ort: Johannes Rau-Zentrum, Campus Freudenberg, Rainer Gruenter Str. 5.

Grundgesetz feiern, Demokratie stärken

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lädt alle Bürger*innen ein, beim ersten deutschlandweiten Ehrentag zum Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai dabei zu sein. Eingebettet ist der Ehrentag am 23. Mai in den Aktionszeitraum vom 16. bis zum 31. Mai. Umgesetzt werden in dieser Zeit zahllose kleine und große Aktionen vor Ort, die – auf freiwilliger Basis – von Vereinen, Organisationen, Unternehmen, Kommunen sowie Einzelpersonen organisiert werden.

www.ehrentag.de