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„Unfinished Paradise“

Kunsthalle Barmen widmet sich dem Verhältnis von Mensch und Natur

21.10.2026|11:49 Uhr

Wie gestalten Menschen Natur – und wo entzieht sie sich unserer Kontrolle? Mit der Ausstellung „Unfinished Paradise“ widmet sich die Kunsthalle Barmen ab dem 31. Oktober dem Verhältnis von Mensch, Natur und Gestaltung. Ausgehend von der geplanten Bundesgartenschau (BUGA) 2031 in Wuppertal versammelt die Ausstellung zeitgenössische künstlerische Positionen, die Natur als gestalteten Lebensraum, verletzliche Lebensgrundlage und zugleich eigenständige Kraft in den Blick nehmen.

Das Paradies ist ein Ort der Sehnsucht. Seit jeher entwerfen Menschen Bilder von einer idealen Natur – sie legen Gärten an, kultivieren Pflanzen, formen Landschaften und versuchen, Wachstum und Veränderung nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Doch solche Eingriffe können unbeabsichtigte aber weitreichende Folgen haben. „Unfinished Paradise“ nimmt diese Spannung zum Ausgangspunkt und fragt, wie sich unsere Vorstellung von Natur und unser Verhältnis zur Natur angesichts ökologischer Herausforderungen und gesellschaftlicher Veränderungen neu denken lassen.

Vom Apfel bis zum Mars

Vom Apfel als Symbol des Sündenfalls bis zur Vision neuer Lebensräume auf dem Mars: Die unterschiedlichen künstlerischen Positionen der Ausstellung beleuchten, wie Menschen Natur gestalten, verändern und mitunter unvorhersehbare Entwicklungen auslösen. Die Arbeiten erzählen von Pflege und Zerstörung, Migration und Verdrängung, industrieller Nutzung und ökologischer Erschöpfung. Sie zeigen, wie eng menschliche Ideale, Eingriffe in die Natur und die Frage nach zukünftigen Lebensräumen miteinander verbunden sind. Und stellen dabei die Frage, wie weit menschliche Gestaltung gehen kann? 

„Ausgerechnet unsere Neugier hat uns aus dem Paradies vertrieben und seither versuchen wir, es wiederherzustellen – mit erstaunlicher Beharrlichkeit und ebenso erstaunlichem Talent zum Scheitern. Wir legen Parks an, entwerfen ideale Gesellschaften, formen ganze Landschaften um und greifen inzwischen sogar nach dem Mars. Dabei entstehen durchaus wunderbare Dinge. Doch mal verstehen wir die Natur nicht, mal übersehen wir die Bedürfnisse anderer, und manchmal steht uns schlicht unsere eigene Vorstellung von Perfektion im Weg. Mit ‚Unfinished Paradise‘ widmen wir uns diesen ebenso anrührenden wie widersprüchlichen Versuchen, das verlorene Paradies zurückzugewinnen“, erläutert Katja Pfeiffer, Professorin für Kunst an der Bergischen Universität Wuppertal und Leiterin der Kunsthalle Barmen.

Natur hören, Pflanzen tauschen

Die Ausstellung lädt auch zur eigenen Auseinandersetzung mit Natur ein. Im KHB LAB können Besucher*innen den Stimmen von Hobby-Ornitholog*innen lauschen, die ihre Lieblingsvögel nachahmen und deren Rufe erlebbar machen. 

Wer ein Stück Ausstellung mit nach Hause nehmen möchte, wird bei einer Pflanzentauschbörse fündig. Hier können Besucher*innen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und neue Pflanzen für das eigene Zuhause finden.

 

Über die Kunsthalle Barmen

Die 2024 wiedereröffnete Kunsthalle Barmen im Haus der Jugend wird in Trägerschaft der Bergischen Universität Wuppertal geführt und durch den Landschaftsverband Rheinland sowie die Stadt Wuppertal gefördert. Seit ihrer Neuausrichtung verbindet sie zeitgenössische Kunst mit Forschung, Lehre und kultureller Vermittlung. In enger Zusammenarbeit mit Studierenden, kulturellen Institutionen und regionalen Partnern entstehen neue Formate kultureller Bildung und Vermittlung. Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Pina Bausch Zentrum, dem Von der Heydt-Museum, dem Wuppertal Institut und Utopiastadt.