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Öffentliche Veranstaltung

Einfluss von rechts: Wie schützen wir Institutionen und soziale Strukturen?

25.06.2026|10:00 Uhr

Wie wirkt sich der Einfluss rechtspopulistischer und rechtsextremer Akteur*innen auf demokratische Institutionen und soziale Strukturen aus? Was können Ost- und Westdeutschland voneinander lernen, wenn es darum geht, sie zu schützen? Diesen Fragen nähert sich am 7. Juli eine öffentliche Veranstaltung an der Bergischen Universität Wuppertal. Drei Erfahrungsberichte aus den Bereichen Gewerkschaft, Sozialpädagogik und Zivilgesellschaft schaffen Raum, um einander zuzuhören, gemeinsam zu verstehen und sich auszutauschen. Beginn ist um 16.15 Uhr auf der AStA-Ebene (Campus Grifflenberg, Gebäude ME, Ebene 04). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Angesichts der multiplen Krisen, die unsere turbulente Gegenwart prägen, sind öffentliche, staatliche oder private Institutionen wie Vereine, Parlamente, Gewerkschaften, soziale Einrichtungen oder Bündnisse verlässliche Räume, in denen gesellschaftliches Zusammenleben organisiert, das Soziale gestaltet und Demokratie vermittelt werden soll. Diese Räume geraten jedoch immer mehr in Gefahr: beispielsweise durch Kürzungen im sozialen Bereich und bei Demokratieförderprogrammen oder durch die Unterwanderung von Gewerkschaften und Betriebsräten von Rechtsaußen.

„Die extreme Rechte zielt geradezu strategisch darauf, unliebsame Institutionen zu delegitimieren und entstehende Leerstellen zu füllen; und nutzt die soziale Infrastruktur zugleich gezielt, um eigene Angebote zu etablieren. Diese rechten Landnahmen betreffen somit auch die Sozialpädagogik und die Soziale Arbeit unmittelbar“, erläutert Benjamin Bunk, Vertretungsprofessor für Sozialpädagogik/Soziale Dienste an der Bergischen Universität Wuppertal, der die Veranstaltung gemeinsam mit seinen Kolleg*innen organisiert.

Absicherung gegen Extremist*innen

Im Osten Deutschlands sei die Gefahr bereits greifbarer. „Dort gibt es Versuche, sich zu wappnen“, weiß Bunk. Im Landtag von Sachsen-Anhalt hat erst vor Kurzem ein breites Bündnis von CDU bis Linke eine Parlamentsreform beschlossen, mit dem Ziel, demokratische Institutionen gegen Extremist*innen abzusichern.

„Die aktuelle Situation wirft viele Fragen auf, denen wir als Wissenschaftler*innen gemeinsam mit der Öffentlichkeit nachgehen wollen“, betont Stephan Dorf, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt sozialpolitische Grundlagen. Dazu zählen zum Beispiel: Was sind ,gute‘ Institutionen? Welche Institutionen gilt es zu verteidigen, weil sie von besonderer Bedeutung für unsere Demokratie sind? Wie vollziehen sich rechte Landnahmen bereits jetzt in sozialpädagogischen und gewerkschaftlichen Kontexten? Welche internen Auseinandersetzungen muten rechte Landnahmen demokratischen Institutionen zu? Welche Möglichkeiten hat die Zivilgesellschaft, um sich gegen rechte Landnahmen zu wappnen und was können West und Ost voneinander lernen?

In der Veranstaltung „Demokratische Institutionen und Soziale Arbeit – Geschichten rechter Landnahmen zwischen Ost und West“ am 7. Juli berichten an der Bergischen Universität drei Gäste aus den Bereichen Gewerkschaft, Sozialpädagogik und Zivilgesellschaft über ihre Erfahrungen. Daran schließt sich eine Diskussion und der gemeinsame Austausch mit dem Publikum an. „Unser Ziel ist es, die sich bereits vollzeihenden rechten Landnahmen zwischen Ost und West auch im universitären Kontext gemeinsam zu thematisieren“, so Annika Schulz, studentische Mitarbeiterin der Professur Sozialpädagogik/Soziale Dienste. Interessierte sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen.

Das Programm: Beiträge und anschließende Diskussion

„Rechte Raumnahme in der Arbeitswelt? Ein gewerkschaftlicher Blick auf Ost- und Westdeutschland“ – Mark Haarfeldt (DGB Bildungswerk e.V., aufgewachsen in Dresden, lebt in Bochum)

„Resilienz?! Soziale Arbeit in Zeiten des Rechtsdrucks in einer Provinz in Nordthüringen“ – Stephanie Tiepelmann-Halm (schrankenlos e.V., lebt in Nordhausen)

„Affirmationen, Verunsicherungen und Offensiven – Vom Umgang mit Neutralitätsanrufungen in der politischen Bildung“ – Jana Sämann (Universität Siegen, lebt in Bremen)

Moderation: Stephan Dorf (Bergische Universität Wuppertal, lebt in Wuppertal) und Benjamin Bunk (Bergische Universität Wuppertal, lebt in Jena)

Über die Veranstaltung

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Arbeitsgruppe „Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt sozialpolitische Grundlagen“ und der Professur „Soziale Arbeit/Soziale Dienste“ mit Unterstützung des Instituts für Erziehungswissenschaft sowie der Fachschaft für erziehungswissenschaftliche Studiengänge und des AStA an der Bergischen Universität Wuppertal.