Vortrag & Gespräch
Das Treiben in Treibhäusern: Uni lädt in den Botanischen Garten Wuppertal ein
Gewächshaus // Foto* Colourbox/#61715057
In den künstlichen Klimata von Treibhäusern sollen Pflanzen nach menschlichen Vorstellungen unter Kontrolle gebracht werden. In der Literatur um 1900 werden aber die Orangerien, Wintergärten und Gewächshäuser vor allem zu Orten, an denen die Pflanzen und besonders ihre Düfte die gesellschaftliche Ordnung neu ausrichten: Die Pflanzen sind nicht mehr bloß Objekte; sie werden zu Kräften, die das Verhalten der Menschen und ihre Beziehungen beeinflussen. Wie die Literatur diese Prozesse darstellt und wohin sie führen, erkundet Sergej Rickenbacher in seinem Vortrag im Botanischen Garten Wuppertal.
Zur Vortragsreihe Kulturwissenschaftliche Pflanzenstudien
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Pflanzen ist längst nicht mehr allein Gegenstand der Botanik. Auch die Literatur- und Kulturwissenschaften nutzen mittlerweile neue botanische und philosophische Erkenntnisse, um etablierte Sichtweisen auf Pflanzen zu hinterfragen und auf dieser Grundlage die Rolle von Pflanzen in literarischen Texten und anderen kulturellen Medien in den Blick zu nehmen.
Damit leisten die Geisteswissenschaften einen wesentlichen Beitrag dazu, das Verhältnis zwischen Menschen und anderen Lebewesen neu zu beschreiben und am Beispiel zu zeigen, wie künstlerische Ausdrucksformen in Zeiten des globalen Klimawandels und der Zerstörung von Artenvielfalt dazu beitragen können, Zukunft anders zu denken.
Die interdisziplinäre, deutschsprachige Veranstaltungsreihe Critical Plant Studies findet seit dem Sommersemester 2023 als Kooperation zwischen dem Verein der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens Wuppertal e.V. und der Bergischen Universität statt.
Termin: 'Und die Rüstung ihres Geistes lockerte sich und löste sich und fiel': Vegetabile Interventionen in den Treibhäusern der Jahrhundertwende, Donnerstag, 29. Oktober, 18 Uhr, Ort: Orangerie, Elisenhöhe 1, 42107 Wuppertal.
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