Mit kostenlosen Workshops für die Praxis
Bergische Universität richtet größte wissenschaftliche Tagung der Mathematikdidaktik aus
Symbolbild mathematische Bildung // Foto Colourbox
Von Nachwuchstag bis Gesellschaftsabend
Ein Nachwuchs- und ein Praxistag, fünf Hauptvorträge, 254 Einzelvorträge, 47 Kurzvorträge, 19 Mini-Symposien, 17 Arbeitskreissitzungen, eine Posterpräsentation, die erstmals auch digitale Poster integriert, und ein vielfältiges Rahmenprogramm, um sich auszutauschen und den Tagungsort kennenzulernen – all das bietet die größte Mathedidaktik-Tagung im deutschsprachigen Raum vom 2. bis 6. März an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie richtet sich an alle, die Berührungspunkte mit der mathematischen Bildung haben.
„Wir freuen uns, dass wir für das Programm zahlreiche ausgewiesene Expert*innen gewinnen konnten“, erklärt Dr. Lena Radünz von der Bergischen Universität. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin organisiert die Tagung gemeinsam mit Kollegin Daniela Ebeling und unterstützt von der gesamten Arbeitsgruppe Didaktik und Geschichte der Mathematik.
Alle Informationen zur 59. Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik gibt es auf der Veranstaltungswebseite: https://gdm2026.uni-wuppertal.de/
Die Gastgeber*innen
Bei der Gestaltung des Tagungsprogramms hat das Organisationsteam Wert daraufgelegt, dass sich die Schwerpunkte der Wuppertaler Mathedidaktik darin widerspiegeln. „Die Mathedidaktik im Kontext von Partizipation, Bildungsgerechtigkeit und Vielfalt mitzugestalten, macht uns in Wuppertal aus. Ebenso wie das Anliegen, die Verzahnung von Theorie und Praxis in alle Ausbildungsphasen unserer zukünftigen Mathe-Lehrkräfte zu integrieren. Zum Beispiel über unsere Lehr-Lern-Labore, damit sie von Beginn an lernen, interessanten und motivierenden Unterricht zu gestalten“, betont stellvertretend für die Arbeitsgruppe Ralf Benölken, der an der BUW die Professur für Didaktik der Mathematik mit dem Schwerpunkt sonderpädagogisch relevante Fragestellungen innehat.
In ihrer Forschung zeichnet sich die Arbeitsgruppe „Didaktik und Geschichte der Mathematik“ durch eine besondere Breite aus. Es geht um die Beforschung von Unterrichts- und Interaktionsprozessen, um Diversität und um stoffdidaktische Fragestellungen. Daneben ist Wuppertal einer der wenigen Universitätsstandorte, der sich mit der Geschichte der Mathematik und ihres Unterrichts beschäftigt. Das historische Wissen kann im heutigen Schulunterricht dazu beitragen, abstrakte Inhalte verständlich zu vermitteln und mehr Schüler*innen für die Bedeutung der Mathematik zu begeistern, weil es das „Warum?“ mitliefert und wegführt vom bloßen Auswendiglernen und Anwenden einzelner Formeln.
Für aktive Erzieher*innen und Lehrkräfte
Zu einem Nachmittag mit kostenlosen Workshops und praxisnahen Vorträgen rund um die mathematische Bildung in Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen lädt die Jahrestagung aktive Erzieher*innen und Lehrkräfte am 3. März ab 14 Uhr ein. Expert*innen aus ganz Deutschland sowie dem deutschsprachigen Ausland stellen beim ErLe-Tag die neuesten Ergebnisse aus der mathematikdidaktischen Forschung vor und erarbeiten gemeinsam mit den Teilnehmenden mögliche Umsetzungen für die Praxis. Zur Auswahl stehen mehr als 20 Themen. Die Teilnahme daran ist kostenlos, nur eine Anmeldung ist erforderlich. Einen ersten Einblick in das Angebot gibt diese Übersicht.
„Dieser Tag für die Praxis ist eine besondere Tradition der Jahrestagung. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Expert*innen hier diskutieren, kommen so auch direkt bei allen an, die in der Praxis mit mathematischer Bildung zu tun haben, wovon natürlich auch Kita-Kinder und Schüler*innen profitieren sollen“, so Lena Radünz.
Alle Infos zum ErLe-Programm und der Anmeldung hält dieser Flyer bereit: https://uni-w.de/jsk5i.
Mehr Hintergrund
Aktuell bildet die Bergische Universität Wuppertal rund 2.400 Studierende zu Mathelehrkräften aus. Darum kümmern sich unter anderem sechs Professuren, die mit ihren Teams zur Wuppertaler Arbeitsgruppe Didaktik und Geschichte der Mathematik gehören. Themen ihrer Forschung sind zum Beispiel, wie die Digitalisierung den Mathematikunterricht und das Mathe-Lehramtsstudium bereichern kann oder wie alle Kinder einer Klasse passend zu ihrer mathematischen Begabung gefördert werden können.
In den für das Wuppertaler Studium charakteristischen Lehr-Lern-Laboren kommen die angehenden Lehrer*innen früh mit Schüler*innen zusammen. Letztere profitieren dabei zum Beispiel von besonderen Unterrichtsmethoden, die die Uni untersuchen möchte, die Studierenden sammeln dabei wertvolle Erfahrung für Unterrichtssituationen und dafür, wie man Lernprozesse plant und gestaltet.
Die Gesellschaft für Didaktik der Mathematik
Die Didaktik der Mathematik (kurz auch „Mathematikdidaktik“) beschäftigt sich mit dem Lernen und Lehren von Mathematik in allen Altersstufen, von der frühen Kindheit über die Primar- und Sekundarstufen bis hin zur beruflichen und universitären Bildung.
Die Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) ist eine wissenschaftliche Vereinigung mit dem Ziel, die Didaktik der Mathematik – insbesondere in deutschsprachigen Ländern – zu fördern und mit entsprechenden Institutionen in anderen Ländern zusammenzuarbeiten.
Weiterführende Informationen: https://didaktik-der-mathematik.de/