20 Jahre Partnerhochschule
Bergische Uni feiert Spitzensportler*innen und heißt Stadt Wuppertal im Unterstützerteam willkommen
Anerkennung für Engagement, besonderes Durchhaltevermögen und starke Leistungen: die Spitzensportler*innen der Bergischen Universität und ihre Gratulant*innen. // Foto Friederike von Heyden
Seit 20 Jahren ist die Bergische Universität Partnerhochschule des Spitzensports. Was das bedeutet, wird jedes Jahr aufs Neue sichtbar, wenn die Uni ihre studierenden Spitzensportler*innen ehrt – so wie beim Campus Sommerfest. Das Jubiläumsjahr nahmen die Verantwortlichen nun zum Anlass, die zugrunde liegende Vereinbarung zu aktualisieren: Als neue Kooperationspartnerin engagiert sich ab sofort auch die Stadt Wuppertal für die Förderung der dualen Karriere von Spitzensportler*innen in Wuppertal.
„Die persönliche Unterzeichnung der Vereinbarung durch Oberbürgermeisterin Miriam Scherff ist ein starkes Zeichen für die Förderung der dualen Karriere in Wuppertal. Die Vereinbarkeit von Spitzensport und Studium ist weit mehr als ein individuelles Anliegen der Athletinnen und Athleten – sie ist Ausdruck einer gemeinsamen Verantwortung von Universität, Kommune und organisiertem Sport. Wer junge Menschen dabei unterstützt, sportliche Höchstleistungen und akademische Qualifikation erfolgreich zu verbinden, investiert in die Zukunft unserer Gesellschaft und stärkt zugleich die Attraktivität des Hochschul-, Wissenschafts- und Sportstandorts Wuppertal“, ordnet UniSport-Leiter Dennis Fink die neu beschlossene Zusammenarbeit ein.
Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff betonte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung auf der Bühne des Campus Sommerfestes: „20 Jahre Partnerhochschule des Spitzensports sind ein Meilenstein, zu dem ich der Bergischen Universität herzlich gratuliere. Für die Stadt Wuppertal ist es der logische nächste Schritt, diesem starken Netzwerk nun auch offiziell beizutreten. Wir bringen gerne unsere Ressourcen und städtischen Sportstätten ein, um Nachwuchs- und Spitzensport in der Region gezielt zu fördern. Es ist uns ein großes Anliegen, dass diese Ausnahmetalente in Wuppertal die besten Bedingungen vorfinden, sowohl auf der Laufbahn als auch im Hörsaal.“
Das Netzwerk für den studentischen Spitzensport in Wuppertal (v.l.): Volker Lauer (Leiter Olympiastützpunkt Rhein/Ruhr), Miriam Scherff (Oberbürgermeisterin Wuppertal), Benjamin Schenk (Generalsekretär Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband), Ursula Dumsch (Leiterin Studierendenwerk Wuppertal), Prof. Dr. Birgitta Wolff (Rektorin Bergische Universität) und Tobias Knoch (Vorstand Landessportbund NRW). // Foto Friederike von Heyden
Starkes Netzwerk für den studentischen Spitzensport
Die Rolle der Stadt besteht zukünftig insbesondere darin, den am Programm teilnehmenden Spitzensportler*innen Nutzungsmöglichkeiten in bzw. auf kommunalen Sportstätten zu ermöglichen und die Vernetzung mit den NRW-Sportschulen und Partnerschulen des Leistungssports in Wuppertal zu fördern sowie gemeinsame Maßnahmen der Nachwuchsförderung umzusetzen.
Als Grundlage für die Unterstützung dient die Kooperationsvereinbarung „Partnerhochschule des Spitzensports“ (siehe Infokasten), die die Bergische Universität erstmals am 9. Februar 2006 unterzeichnete. Sie regelt seitdem für BUW-Athlet*innen die Vereinbarkeit von Studium sowie Trainings- und Wettkampfanforderungen beispielsweise durch die Flexibilisierung des Studienalltags, den Ausgleich von Fehlzeiten oder das Ermöglichen individueller Prüfungstermine. Weitere Kooperationspartner im Wuppertaler Netzwerk sind neben der Stadt Wuppertal auch noch der Olympiastützpunkt NRW/Rhein-Ruhr, der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband und das Studierendenwerk Wuppertal.
Benjamin Schenk, Generalsekretär des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh) bekräftigt: „Die Förderung der dualen Karriere lebt von starken Partnerschaften. Dass sich die Stadt Wuppertal künftig offiziell in dieses bewährte Netzwerk einbringt, verdient große Anerkennung. Als adh bedanken wir uns für das langjährige und engagierte Eintreten aller Beteiligten für die Belange studentischer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler. Gemeinsam schaffen wir Perspektiven für Menschen, die Höchstleistungen im Sport und im Studium miteinander verbinden.“
Bühne frei für bemerkenswerte Leistungen
Oberbürgermeisterin Miriam Scherff war damit auch eine der ersten Gratulantinnen: Denn gleich nach der Unterzeichnung gehörte die Bühne den BUW-Sportler*innen selbst, die an diesem Tag die verdiente Anerkennung für ihre Leistungen erhielten.
Michael Fallgatter, BUW-Professor und Spitzensportbeauftragter, würdigte bei der Überreichung der Urkunden vor allem Engagement und Durchhaltevermögen der jungen Athlet*innen: „Es gehört sehr viel Leidenschaft und auch Mut dazu, diesen besonderen Weg zu gehen. Dass wir Ihnen als Universität dabei zur Seite stehen, ist uns ein bedeutendes Anliegen. Lassen Sie es mich so formulieren: Auch wir streben Spitzenleistungen an, wenn es darum geht, für Sie die besten Rahmenbedingungen zu schaffen.“
Im Rahmen der Campus Sommerfests wurden folgende Sportler*innen geehrt:
- Linus Bader (Speedklettern) – Teilnahme an internationalen Wettkämpfen (Weltcup)
- Aaron Börkei (Rollhockey) – Pokalsieger & Deutscher Vize-Meister
- Nicolás Niederle Gómez (Kajak-Wildwasser-Rennsport) – 2. Platz U23-WM
- Yolanda Kahmann (Rollhockey) – Deutsche Meisterin & Deutsche Pokalsiegerin, EM-Kader
- Victoria Krause (Speerwurf) – 1. Platz Deutsche Meisterschaften
- Ekaterina Kuzminskaya (Synchronschwimmen) – 1. Platz und zweimal 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften
- Lena Lindemann (Handball) – U19-Europameisterin
- Denys Mozolevych (Speedklettern) – Teilnahme an der WM
- Ayna Pollok (Fechten) – 2. Platz bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft im Fechten (DHM) im Teamwettbewerb mit dem Säbel
- Franziska Ritter (Speedklettern) – verletzungsbedingt keine Wettkämpfe in 2025
- Lennart Roos (400m Hürden) – 2. Platz DHM Leichtathletik
- Denise Schmitz (Fechten) – 2. Platz DHM Fechten im Teamwettbewerb mit dem Säbel
- Sofiia Tulchynska (Speedklettern) – 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften (außerhalb der Wertung)
- Katharina Wagner (Fechten) – 2. Platz DHM Fechten im Teamwettbewerb mit dem Säbel
- Annika Zech (Rollhockey) – EM-Kader
Mehr Hintergrund: Partnerhochschule des Spitzensports
Entwickelt wurde das Projekt 1999 auf Initiative des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands und weiteren Partnern. In der Folge haben sich die Hochschulen und der organisierte Sport mit der NRW-Landesregierung darauf verständigt, studierende Sportler*innen durch individuell angepasste Studienbedingungen zu unterstützen. Ziel ist es, Spitzensport für Athlet*innen mit dem Studium vereinbar zu machen und die berufliche Zukunft nach der Zeit des Spitzensports zu sichern. So sollen vor allem Sonderregelungen hinsichtlich der Regelstudienzeit gelten, Klausur- und Prüfungstermine mit Sportterminen koordiniert oder die Anwesenheitszeiten durch Möglichkeiten des „Nacharbeitens“ flexibilisiert werden.
Die Bergische Universität hat sich mit der Vertragsunterzeichnung am 9. Februar 2006 verpflichtet, Sportler*innen bei einer dualen Karriere an der Universität zu unterstützen. Zum 20-jährigen Jubiläum wurde die Wuppertaler Vereinbarung gemeinsam mit allen Partnern – darunter nun auch die Stadt Wuppertal – sprachlich und inhaltlich aktualisiert, um sie an die heutigen Rahmenbedingungen anzupassen.
Weitere Infos zum Thema Partnerhochschule des Spitzensports gibt es auf der Webseite des UniSports: www.unisport.uni-wuppertal.de/de/unisport/spitzensport/
Nachgefragt bei den Spitzensportler*innen der Bergischen Universität Wuppertal
Linus Bader, Speedklettern
Foto Salome Bader
Als Leistungssportler ist Flexibilität unglaublich wichtig. Für mich bedeutet die Partnerhochschule des Spitzensports vor allem, dass Studium und Wettkampfsport miteinander vereinbar sind und ich meinen akademischen Weg trotz Trainingslager und Wettkämpfe weiterverfolgen kann. Es gibt mir die Sicherheit, dass beides möglich ist – ohne mich zwischen Studium und Sport entscheiden zu müssen. Gerade auf dem Weg zurück in die internationale Spitze ist diese Unterstützung für mich ein wichtiger Rückhalt.
Yolanda Kahmann, Rollhockey
Foto Nadine Schlesinger
Die Unterstützung durch das Programm gibt mir die Möglichkeit, mich im Studium und in meinem Sport bestmöglich weiterzuentwickeln. Von meinen Dozenten bekomme ich viel Verständnis. Die vermehrten Fehlzeiten durch internationale Spiele in den letzten Jahren waren daher kein Problem. Dadurch kann ich mich neben dem Studium voll und ganz auf meinen Sport fokussieren.
Victoria Krause, Speerwurf
Foto Valentina Krause
Ich finde es toll, dass die BUW die duale Karriere von Beruf und Spitzensport fördert. Das Programm gibt dem Sport nicht nur eine Bühne, sondern hilft mir auch konkret im Alltag. Mehr Fehlzeiten aufgrund von erhöhtem Trainingspensum werden unkompliziert akzeptiert oder auch das Verschieben von Prüfungsleistungen ist möglich.
Lena Lindemann, Handball
Foto Ruslana Litvinov
Die Verbindung von Studium und Leistungssport ist nicht selbstverständlich und verlangt viel Organisation, Durchhaltevermögen und Disziplin. Ich freue mich, dass die Universität das Thema weiter in den Fokus rückt. Ich wünsche mir, dass die Partnerschaft Sportlerinnen und Sportlern künftig noch mehr Möglichkeiten bietet, beides erfolgreich miteinander zu verbinden.