Politische Polarisierung, Populismus, Desinformation: Die Demokratie steht vor vielfältigen Herausforderungen. Gleichzeitig hat unsere Gesellschaft große Aufgaben, die konstruktive Zusammenarbeit erfordern, um Krisen zu meistern und unsere Zukunft zu gestalten. Wie also können wir unsere Demokratie bewahren und stärken? Das Rektorat der Bergischen Universität lädt für die neue Veranstaltungsreihe „Zukunftsforum Demokratie“ einmal im Semester eine*n Spitzenforscher*in zu Impuls und Gespräch ein.
Prof. Dr. Uwe Schneidewind: Demokratie und Kommunen
Dienstag, 27. Oktober 2026, 18 Uhr. Johannes-Rau-Zentrum, Rainer-Gruenter-Str. 5, Campus Freudenberg, 42119 Wuppertal. Da die Zahl der Sitzplätze im Johannes-Rau-Zentrum begrenzt ist, bitten wir um verbindliche Anmeldung unter https://uni-w.de/ha0b5.
Schwindende finanzielle Möglichkeiten, abnehmende Wahlbeteiligung, steigende Polarisierung bei wachsenden Transformationsherausforderungen: die lokale Demokratie steckt in einem Dilemma. Sie muss langfristige Veränderungsprozesse auf den Weg bringen und stößt dabei an immer massivere Grenzen. Wie muss sich die Demokratie vor Ort weiterentwickeln? Welche Rolle spielen dabei zivilgesellschaftlichen und unternehmerisches Engagement? Welche neuen Freiräume brauchen Kommunen, um wieder handlungsfähig zu werden? Wie bettet sich das in die aktuelle Debatte um eine Staatsreform ein?
Um diese Fragen geht es in der Veranstaltung im Zukunftsforum Demokratie und Kommunen.
Uwe Schneidewind wird vor dem Hintergrund seines Buches „Dienstschluss“ mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmerin ins Gespräch kommen.
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, *1966, hat nach unterschiedlichen akademischen Stationen als Wirtschaftswissenschaftler und Transformationsforscher von 2010 bis 2020 das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie geleitet. Von 2020 bis 2025 war er Oberbürgermeister von Wuppertal. 2026 hat er das Buch „Dienstschluss. Herausforderung Kommunalpolitik“ im Klaus Wagenbach-Verlag veröffentlicht.
Foto: Schader Stiftung, Jens Steingässer
Dr. Benjamin Limbach: Demokratie und Rechtsstaat
Demokratie und Rechtsstaat bedingen einander: Ohne Demokratie kein Rechtsstaat, ohne Rechtsstaat keine Demokratie. Darüber sprach Dr. Benjamin Limbach, Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, am 15. Januar 2026 im "Zukunftsforum Demokratie" zum Thema Demokratie und Rechtsstaat. Diese Veranstaltung fand statt in Kooperation mit dem Landgericht Wuppertal.
Die Bindung staatlicher Gewalt an Gesetz und Recht zählt zu den größten zivilisatorischen Errungenschaften der Neuzeit. Doch was lange als selbstverständlich galt, wird heute auch in demokratischen Gesellschaften zunehmend infrage gestellt. 75 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik zeigt sich das politische System bemerkenswert stabil. Dennoch ist es Zeit, über den Rechtsstaat als Fundament der Demokratie zu sprechen: Wie verstehen wir ihn in einer Zeit des raschen gesellschaftlichen und politischen Wandels? Wie schützen wir ihn vor extremistischen Bedrohungen? Und was müssen wir ändern, um Vertrauen zu bewahren?
v.l.: Dr. Werner Richter (Präsident des Oberlandesgerichts Düsseldorf), Prof. Dr. Birgitta Wolff (Rektorin der Bergischen Universität Wuppertal), Dr. Benjamin Limbach (Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen), Dr. Markus Quantius (Vizepräsident des Landgerichts Wuppertal)
Dr. Benjamin Limbach, Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen
Zukunftsforum Demokratie mit Dr. Benjamin Limbach, Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen
Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D.: Demokratie und Gleichstellung
In den vergangenen Jahrzehnten hat unsere Gesellschaft wichtige Fortschritte in Richtung Gleichstellung erzielt – doch derzeit seien vermehrt Stillstand und gar Rückschritte zu beobachten, warnte die renommierte Soziologin Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D. am 27. Mai 2025 im „Zukunftsforum Demokratie“. Gleichstellung und Vielfalt stünden unter Druck, so die Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin und langjährige Leiterin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung: „Wir müssen sehr aufpassen, was sich hier wieder zu manifestieren beginnt.“
Einen Bericht über die Veranstaltung lesen Sie hier.
Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D.
v.l.: Prof. Dr. Birgitta Wolff, Rektorin der Bergischen Universität, und Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D. // Foto: Bergische Universität / Michael Mutzberg
"Zukunftsforum Demokratie" zum Thema Demokratie und Gleichstellung mit Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D. // Foto: Bergische Universität / Michael Mutzberg
Prof. Dr. Rainer Forst: Demokratie und Toleranz
Die neue Veranstaltungsreihe ist am 20. November 2024 mit einem Impuls von Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Rainer Forst im Johannes-Rau-Zentrum gestartet. Der Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt sprach darüber, wie Demokratie und Toleranz miteinander verwoben sind – ein Thema, das angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen besondere Bedeutung hat.
Einen Bericht über seinen Impuls lesen Sie hier.
Prof. Dr. Rainer Forst beim "Zukunftsforum Demokratie" zum Thema Demokratie und Toleranz
v.l.: Prof. Dr. Birgitta Wolff, Rektorin der Bergischen Universität, und Prof. Dr. Rainer Forst