Zukunftsforum Demokratie

Impulse von und Gespräche mit Spitzenforscher*innen zu den großen Aufgaben unserer Gesellschaft

Politische Polarisierung, Populismus, Desinformation: Die Demokratie steht vor vielfältigen Herausforderungen. Gleichzeitig hat unsere Gesellschaft große Aufgaben, die konstruktive Zusammenarbeit erfordern, um Krisen zu meistern und unsere Zukunft zu gestalten. Wie also können wir unsere Demokratie bewahren und stärken? Das Rektorat der Bergischen Universität lädt für die neue Veranstaltungsreihe „Zukunftsforum Demokratie“ einmal im Semester eine*n Spitzenforscher*in zu Impuls und Gespräch ein.

Die nächsten Termine für das „Zukunftsforum Demokratie“ im Sommersemester 2026 sind:

  • Dienstag, 12. Mai 2026, 18.30 Uhr, mit Prof. Dr. Dr. h.c. Christian von Coelln, Professur für Staats- und Verwaltungsrecht sowie Wissenschaftsrecht und Medienrecht an der Universität zu Köln, zum Thema "Redefreiheit in der Universität"
     
  • Montag, 22. Juni 2026, 18.00 Uhr, mit Prof. Dr. Veronika Grimm, Professur für Energiesysteme und Marktdesign an der Technischen Universität Nürnberg und Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, zum Thema "Demokratie und Wohlstand"

Weitere Informationen und die Links zur Anmeldung finden Sie nachfolgend. 

Prof. Dr. Dr. h.c. Christian von Coelln: Redefreiheit in der Universität

Dienstag, 12. Mai 2026, 18.30 Uhr. Hörsaal 26 in Gebäude I, Fuhlrottstraße 10, Campus Grifflenberg, 42119 Wuppertal. Da die Zahl der Sitzplätze im Hörsaal begrenzt ist, bitten wir unter verbindliche Anmeldung unter dem Link https://uni-w.de/henc8

Universitäten sind von Natur aus ein Ort größtmöglicher Redefreiheit – oder sollten das zumindest sein. Wo sonst sollten das Ringen um Wahrheit und Erkenntnis durch freie Rede und ebenso freie Gegenrede so normal sein wie hier? Der Blick auf die Realität zeigt freilich, dass diese Einschätzung keine Selbstverständlichkeit ist. Die Haltung, bestimmte Personen oder Positionen gehörten nicht an eine Universität, gibt es immer wieder; zumindest wird sie verstärkt beklagt. Wie weit die Redefreiheit an der Universität reicht, gibt im Wesentlichen das Grundgesetz vor, dessen Inkrafttreten im Mai 1949 sich aktuell zum 77. Mal jährt. Es gewährt ein historisch kaum bekanntes Maß an Freiheit, die jedoch nicht grenzenlos weit reicht. Die freie Rede in der Universität schützt es mit den Grundrechten der Meinungsfreiheit und der Wissenschaftsfreiheit, die in der allgemeinen Debatte häufig vermischt und verwechselt werden. Der Vortrag und die anschließende Diskussion sollen einen Beitrag dazu leisten, diese für die Universität besonders wichtigen Rechte in ihrer rechtlichen Bedeutung zu verstehen. Damit soll zugleich ein genauerer Blick auf den Inhalt des Grundgesetzes geworfen werden, das als Sympathieträger deutlich bekannter zu sein scheint als seine tatsächlichen Inhalte.

Prof. Dr. Dr. h.c. Christian von Coelln ist seit 2008 an der Universität zu Köln tätig. Vorangegangen war seine Promotion im Jahr 2000 sowie seine Habilitation im Jahr 2004, beide in Passau, die sich jeweils mit grundrechtsrelevanten Themen befassten („Anwendung von Bundesrecht nach Maßgabe der Landesgrundrechte?“ bzw. „Zur Medienöffentlichkeit der Dritten Gewalt“). Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Ludwig-Maximilians-Universität München 2006/2007 wurde er 2008 nach Köln berufen. Dort bekleidet er den Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht sowie Wissenschaftsrecht und Medienrecht. Zudem ist er Direktor des Instituts für Deutsches und Europäisches Wissenschaftsrecht. Mit dem Recht der Wissenschaft und der Hochschulen befasst er sich auch praktisch. Er ist u.a. Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Deutschen Hochschulverbandes, einer der Veranstalter des jährlich stattfindenden Deutschen Hochschulrechtstages und Autor und Herausgeber etlicher Publikationen zum Wissenschafts- und Hochschulrecht. Foto: Pascal Buenning

Prof. Dr. Veronika Grimm: Demokratie und Wohlstand

Montag, 22. Juni 2026, 18 Uhr. Johannes-Rau-Zentrum, Rainer-Gruenter-Str. 5, Campus Freudenberg, 42119 Wuppertal. Da die Zahl der Sitzplätze im Johannes-Rau-Zentrum begrenzt ist, bitten wir unter verbindliche Anmeldung unter dem Link https://uni-w.de/brkhp

Prof. Dr. Veronika Grimm ist seit 2024 Professorin an der Technischen Universität Nürnberg und leitet dort das Energy Systems und Market Design Lab. Zuvor war sie an der FAU Erlangen-Nürnberg, der Humboldt-Universität zu Berlin, an der Universidad de Alicante und der Universität zu Köln tätig und verbrachte längere Forschungsaufenthalte an der Univesité Libre de Bruxelles und der Université Catholique de Louvain. Seit 2020 ist Veronika Grimm Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Darüber hinaus ist sie in zahlreichen Gremien und Beiräten aktiv, unter anderem im Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung, in der Expertenkommission zum Energiewende-Monitoring am Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sowie im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen des Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (BMUV). Sie ist Mitglied im Aufsichtsrat der Siemens Energy AG und Vorstand des Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B). Foto: Sachverständigenrat Wirtschaft

Dr. Benjamin Limbach: Demokratie und Rechtsstaat

Demokratie und Rechtsstaat bedingen einander: Ohne Demokratie kein Rechtsstaat, ohne Rechtsstaat keine Demokratie. Darüber sprach Dr. Benjamin Limbach, Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, am 15. Januar 2026 im "Zukunftsforum Demokratie" zum Thema Demokratie und Rechtsstaat. Diese Veranstaltung fand statt in Kooperation mit dem Landgericht Wuppertal. 

Die Bindung staatlicher Gewalt an Gesetz und Recht zählt zu den größten zivilisatorischen Errungenschaften der Neuzeit. Doch was lange als selbstverständlich galt, wird heute auch in demokratischen Gesellschaften zunehmend infrage gestellt. 75 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik zeigt sich das politische System bemerkenswert stabil. Dennoch ist es Zeit, über den Rechtsstaat als Fundament der Demokratie zu sprechen: Wie verstehen wir ihn in einer Zeit des raschen gesellschaftlichen und politischen Wandels? Wie schützen wir ihn vor extremistischen Bedrohungen? Und was müssen wir ändern, um Vertrauen zu bewahren? 

Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D.: Demokratie und Gleichstellung

In den vergangenen Jahrzehnten hat unsere Gesellschaft wichtige Fortschritte in Richtung Gleichstellung erzielt – doch derzeit seien vermehrt Stillstand und gar Rückschritte zu beobachten, warnte die renommierte Soziologin Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D. am 27. Mai 2025 im „Zukunftsforum Demokratie“. Gleichstellung und Vielfalt stünden unter Druck, so die Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin und langjährige Leiterin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung: „Wir müssen sehr aufpassen, was sich hier wieder zu manifestieren beginnt.“

Einen Bericht über die Veranstaltung lesen Sie hier.

Prof. Dr. Rainer Forst: Demokratie und Toleranz

Die neue Veranstaltungsreihe ist am 20. November 2024 mit einem Impuls von Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Rainer Forst im Johannes-Rau-Zentrum gestartet. Der Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt sprach darüber, wie Demokratie und Toleranz miteinander verwoben sind – ein Thema, das angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen besondere Bedeutung hat.

Einen Bericht über seinen Impuls lesen Sie hier.