Nachbericht 75. Sitzung des Hochschulrats der Bergischen Universität Wuppertal
Die 75. Sitzung des Hochschulrats fand am 3. März 2026 in den Räumlichkeiten der Bundesbahndirektion statt, die am Rahmen der Sitzung auch besichtigt wurde. Es handelte sich um die erste Sitzung mit Prof. Dr. Viven Heller als internem Hochschulratsmitglied und Prof. Dr. Rita Casale als Prorektorin für Nachhaltige Organisationsentwicklung und Diversität. Die Tagesordnung der Sitzung finden Sie hier. Die wichtigsten Punkte in Kürze:
Bericht des Rektorats
Im Quartalsbericht IV/2025 stellte das Rektorat eine Auswahl an Erfolgen und Herausforderungen in Lehre und Studium, Forschung, Digitalisierung, Third Mission, Internationales, Nachhaltige Organisationsentwicklung, Diversität sowie Haushalt und Infrastruktur vor. Ganz aktuell war die Auszeichnung des Gleichstellungskonzepts der BUW für alle Beteiligten Grund zur Freude. Im Forschungsressort interessierte der Hochschulrat sich insbesondere für die Antragstellung zu Drittmittelprojekten sowie die Qualitätssicherung bei Berufungsverfahren. Im Rahmen des Berichts sollen künftig auch immer vergangene Beschlüsse und Empfehlungen des Hochschulrats durch das Rektorat mit den aktuellen Entwicklungen abgeglichen werden.
Die Kanzlerin stellte den Risikobericht vor. Die Höhe der Haushaltskürzungen ab dem 01.01.2026 ist inzwischen bekannt und wird aufgrund der Intervention der Hochschulen nicht so hoch ausfallen, wie zunächst angekündigt. Die Universität befindet sich auf verschiedenen Ebenen im Umsetzungsprozess zu Anpassungen an die daraus folgenden Rahmenbedingungen (s. auch Schwerpunktthema). Das Fokusthema dieses Risikoberichts ist „Berufungen“, da diese in erheblichem Maße Einfluss auf eine Vielzahl der im Rahmen des Risikomanagements betrachteten Risiken haben. Eine konzentrierte Befassung des Rektorats und der Fakultätsleitungen mit Berufungsverfahren trägt im Risikomanagement nachhaltig zur Minimierung von Risiken bei.
Überprüfung des Risikomanagements an den Hochschulen des Landes – Prüfungs-mitteilungen des Landesrechnungshofs
Ziel der Erhebungen des Landesrechnungshofes an der BUW war es zu prüfen, wie die BUW die Aufgaben im Rahmen des Risikomanagementsystems wahrnimmt. Betrachtet wurden organisatorische Aspekte und hochschulinterne Regelungen, einzelne Prozessschritte und die Dokumentation des Systems. Die wesentlichen Ergebnisse lauten: Die BUW hat sich mit dem Thema Risikomanagement umfassend auseinandergesetzt, das Handbuch wird inhaltlich weit überwiegend umgesetzt und die BUW hat eine fundierte Grundlage für ein wirksames Risikomanagement. Der Hochschulrat diskutierte einzelne Aspekte, die der Anpassung bedürfen und schloss sich insbesondere der Empfehlung an, dass die Höhe der finanziellen Auswirkungen von monetären Risiken beziffert werden soll.
Rechenschaftsbericht des Hochschulrats 2025
Der Rechenschaftsbericht wurde vom Hochschulrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Er wird an das Ministerium für Kultur und Wissenschaft weitergeleitet und auf der Homepage der Universität veröffentlicht.
Berichte der Antikorruptionsbeauftragten und des Compliance-Beauftragten
Der Hochschulrat nahm die Jahresberichte 2025 der Antikorruptionsbeauftragten, Prof. Dr. Kathrin Klamroth, und des Compliance-Beauftragten, Prof. Dr. Stefan Thiele, zur Kenntnis.
„Grundsätze guter Hochschulführung (Practice of Good Governance)“
Bei den „Grundsätzen guter Hochschulführung“ handelt es sich um eine Selbstverpflichtung, mit der sich Ministerium, Hochschulräte und Rektorate der Universitäten auf Grundsätze der Zusammenarbeit und der Transparenz sowie auf den Ausschluss von Interessenkonflikten verständigen. Nach einem Austausch zu den Inhalten – die nach Wahrnehmung aller an der BUW bereits gelebte Praxis sind – nahm der Hochschulrat den aktuellen Stand der „Grundsätze guter Hochschulführung“ zur Kenntnis.
Unternehmerische Hochschultätigkeit
Die Anwesenden tauschten sich über die vorgelegten Gesellschafteranteile und Mitgliedschaften der BUW aus. Der Hochschulrat nahm beide Punkte zustimmend zur Kenntnis. Man war sich einig, dass persönliche Mitgliedschaften von Wissenschaftler*innen nicht dauerhaft durch die Universität finanziert werden sollten.
Vorläufiger Jahresabschluss (GuV) 2024
Der Hochschulrat nahm den vorläufigen Jahresabschluss (Ergebnisrechnung) 2025 nach dem Stand vom 10.02.2026 mit einem Jahresüberschuss von 3.449.400 € zustimmend zur Kenntnis.
Mittelfristige Wirtschaftsplanung für die Jahre 2025 bis 2029
Der Hochschulrat nahm die mittelfristige Wirtschaftsplanung für die Jahre 2026 bis 2030 zustimmend zur Kenntnis. Er bat darum, die Darstellung der Rücklagen künftig näher dahingehend aufzuschlüsseln, welche der Rücklagen in welcher Höhe tatsächlichen Zweckbindungen und Verpflichtungen unterliegen, damit die tatsächliche zukünftige Handlungsfähigkeit der Universität besser erkennbar ist. Darüber hinaus bestand der Wunsch, die Prognose auf sieben bis acht Jahre zu erweitern um eine längere Perspektive aufzuzeigen.
Schwerpunktthema: Konstruktive Haushaltskonsolidierung
Im Schwerpunktthema berichtete die Rektorin den aktuellen Stand der Gespräche mit den Fakultäten zur Konstruktiven Haushaltskonsolidierung. Auf Nachfrage wurde erklärt, dass diesbezüglich Transparenz auch zwischen den Fakultäten herrsche, die etwa durch Behandlung im Concilium Decanale sowie dem Senat und dessen einschlägigen Kommissionen hergestellt werde. Der Hochschulrat unterstützt das Vorgehen weiterhin und drängt auf eine baldige Präzisierung der Planungen für Fakultät 5.
HIS-Kennwerte zur Flächenbedarfsermittlung im Hochschulbau
Ministerin Ina Brandes hat die Hochschulratsvorsitzenden um nähere Informationen zur laufenden Aktualisierung der HIS-Kennwerte zur Flächenbedarfsermittlung im Hochschulbau gebeten. Die Kanzlerin erläuterte hierzu, es habe in der Vergangenheit ein komplexes Verfahren gegeben, welches nun vereinfacht wurde und dadurch auch mit weniger Abgaben verbunden sei. Demnach sei die Aktualisierung insgesamt in Ordnung.
Innenrevision
Herr Fuchs präsentierte den Revisionsbericht sowie die Jahresprüfpläne 2025-26 und 2026-27. Der Hochschulrat diskutierte die vorgestellten Unterlagen und stellte einzelne Rückfragen, etwa zur Wahrnehmung der Innenrevision in den Einrichtungen und zur Nachverfolgung der Mängel, die systematisch erfolgt. Der Hochschulrat sprach sich dafür aus, die Zeiträume für die Innenrevision mit den sonstigen Planungen im Kalenderjahrestakt zu synchronisieren.
KI in der Forschung
Prof. Meisen stellte die Präsentation zu KI in der Forschung vor. Der Vorsitzende dankte Herrn Meisen und Herrn Freier für den informativen Input. Alle Beteiligten zeigten sich sehr interessiert, Rückfragen adressierten etwa die Themen Energieverbrauch, agentische KI, weiteres Potential sowie Vernetzungsmöglichkeiten von KI.
Verschiedenes
Der Hochschulratsvorsitzende berichtete über Gespräche mit der Landesregierung zur Hochschulgesetzesnovelle und stellte in Aussicht, in Kürze noch eine Stellungnahme seitens der Hochschulräte an den Landtag für die Anhörung des Wissenschaftsausschusses am 16. März zu versenden.
Der Hochschulrat erkundigte sich nach der Sicherheit der Infrastruktur an der BUW, etwa im Falle eines längeren Stromausfalls. Die Kanzlerin erläuterte, die BUW verfüge über Notstromaggregate, die für bis zu 24 Stunden einspringen würden. Des Weiteren habe man mithilfe von Kooperationen Vorsorge getroffen, so bliebe die Studierendenverwaltung handlungsfähig, es gebe Ersatzmöglichkeiten für Mailverkehr sowie Speicherplatz. Man müsse davon ausgehen, dass in so einem Fall ein Großteil der Arbeit ins Homeoffice verlegt werden müsse. Es wurde betont, dass Universitäten nicht zu den kritischen Infrastrukturen zählten.