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Ausstellung

Durch die Linse von Kurt Keil: Revisiting Sportfotografie

30.03.2026|13:25 Uhr

Studierende der Bergischen Universität erschließen seit 2023 den Nachlass des Wuppertaler Fotografen Kurt Keil und präsentieren ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit. Nun nahmen die Studierenden seine Leidenschaft, die Sportfotografie, in den Fokus. Die Ausstellung dazu ist vom 15. April bis 7. Mai in der Universitätsbibliothek zu sehen.

Ausschnitt aus dem Veranstaltungsplakat: Die neue Ausstellung in der Reihe „Durch die Linse von Kurt Keil“ legt den Fokus auf die Sportfotografie des Wuppertaler Fotografen. // Fotocollage Universitätsarchiv Wuppertal

Zwischen den 1960er- und 1990er-Jahren nahm der Sport in der lokalen Presse Wuppertals eine wichtige Rolle ein. Besonders die Westdeutsche Zeitung war ein zentrales Medium der Sportberichterstattung. Neben klassischen Spielberichten wurden auch fotografische Reportagen und Hintergrundgeschichten veröffentlicht, die das sportliche Leben der Stadt dokumentierten. Kurt Keils besondere Leidenschaft galt der Sportfotografie: Zahlreiche Spiele des Wuppertaler SV oder einzigartige Besuche von prominenten Sportler*innen wurden von ihm festgehalten.

Kurt Keil prägte das visuelle Bild des Wuppertaler Sports

Von der Eröffnung der Uni-Halle 1987 mit einem Tennisturnier, an dem unter anderem Steffi Graf teilnahm und bei dem Persönlichkeiten wie Trainer Ion Țiriac zu Gast waren, über Besuche von Fußballstars wie Günther Netzer bis hin zu internationalen Gästen wie dem Kalifornier Mark Spitz zur Einweihung der Schwimmoper 1981 – sie alle wurden durch die Linse von Kurt Keil für die Westdeutsche Zeitung festgehalten. Dadurch prägten seine Bilder über Jahrzehnte hinweg das visuelle Bild des Sports in der lokalen Presse und das historische Bild der Wuppertaler Sportkultur.

Über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren fotografierte der verstorbene Pressefotograf Kurt Keil (1940-2020) das Geschehen in Wuppertal. Die daraus resultierende Sammlung umfasst heute mehr als 500.000 Negative sowie zahllose Abzüge und Zeitungsausschnitte. Die Bilder zeigen sowohl besondere Ereignisse als auch alltägliche Szenen aus der Stadtgeschichte Wuppertals. Im Jahr 2021 gelangte Keils Nachlass ins Universitätsarchiv Wuppertal.

Nachlass ist Gegenstand von Lehrveranstaltungen

Seit dem Wintersemester 2023/24 beschäftigen sich Studierende der Bergischen Universität mit dem Nachlass. In verschiedenen Lehrveranstaltungen lernen sie praxisorientiert das Erschließen solch umfangreichen Materials – vom ersten Sichten über das Katalogisieren und Archivieren bis hin zum Kuratieren von Ausstellungen. Ziel ist es, Studierende mit Archivarbeit und speziell der Arbeit mit und dem Erforschen von Fotomaterial vertraut zu machen.

Die Ausstellung

„Revisiting Sportfotografie“ ist die dritte Ausstellung in der Reihe „Durch die Linse von Kurt Keil. Revisiting…“. Beim ersten Mal wurden Keils Fotografien von Johannes Rau gezeigt, beim zweiten Mal ging es um die Schwebebahn. In jeder Ausstellung werden Bilder präsentiert, die Keil 1992 selbst ausgewählt hat, um sie, damals in der Sparkasse Wuppertal, der Öffentlichkeit zu zeigen. Unter neuen Gesichtspunkten werden die gezeigten Fotos nun neu zusammengestellt und präsentiert – sie werden eben revisited.

„Durch die Linse von Kurt Keil: Revisiting Sportfotografie“ ist vom 15. April bis 7. Mai 2026 im Foyer (BZ.07) der Universitätsbibliothek (Gaußstraße 20, 42119 Wuppertal) zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung wurde kuratiert von den Studierenden Aida Memic, Tim Grünewald, Barbara Brandau, Jan Emmerich und Pia Stoffels – unter der Leitung von Dr. Carmen Pérez González.

Über Kurt Keil

Der 1940 im heutigen Tschechien geborene Kurt Keil zog 1949 mit seiner Familie ins Ruhrgebiet. Ab 1963 arbeitete er zunächst als freier Fotograf für die Ruhr Nachrichten und die (heutige) Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Vier Jahre später nahm er das Angebot einer Festanstellung von der Westdeutschen Zeitung an und zog nach Wuppertal-Vohwinkel.

Von da an dokumentierte er das Wuppertaler Tagesgeschehen. Aufnahmen von Menschen gehörten zu Kurt Keils besonderen Stärken. Kurt Keil gelang es sogar, die kamerascheue Pina Bausch (1940-2009) mehrfach vor seine Linse zu bekommen.

Kurt Keil starb 2020 in Wuppertal. Nachdem während des Hochwassers 2021 der Keller des Hauses der Familie Keil überschwemmt wurde, gelangte seine fotografische Sammlung ins Universitätsarchiv.