Hochschulrat der Bergischen Universität Wuppertal

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Hochschulrat der Bergischen Universität Wuppertal


Aktuelle Meldungen aus dem Hochschulrat


20. Sitzung des Hochschulrates vom 02.05.2012


Stellungnahme des Hochschulrates zum Quartalsbericht 01/2012

Der neue Lesesaal in der Universitätsbibliothek. Der neue Lesesaal in der Universitätsbibliothek.
Foto Sebastian Jarych

Im Quartalsbericht des Rektorats wurde u.a. berichtet über die Eröffnung des neuen Lese- und Arbeitssaals der Universitätsbibliothek, der rechtzeitig zum Semesterbeginn in Betrieb genommen werden konnte. Im neuen Lesesaal der Universitätsbibliothek auf dem Campus Grifflenberg sind 200 zusätzliche Lese- und Arbeitsplätze für Studierende geschaffen worden. Der Erweiterungsbau hat rund 600 Quadratmeter Nutzfläche. Die Baukosten betrugen drei Millionen Euro. Bauherr ist die Bergische Universität.

Des Weiteren wurde berichtet über eine Reihe kleinerer Änderungen des Hochschulgesetzes sowie Rechtsurteile mit Auswirkungen auf die Universitäten: Dies sind die Zulassung ausländischer Studienbewerber und der Zugang zur Promotion für FH-Absolventen („Unterscheidungsverbot“ zwischen Masterabsolventen von Universitäten und Fachhochschulen), die Modifizierung des Personalvertretungsrechts für den Hochschulbereich, nach der nunmehr auch Wissenschaftliche Hilfskräfte sowie Lehrbeauftragte in die Mitbestimmung bzw. Mitwirkung der Personalräte einbezogen sind, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur W2-Grundvergütung sowie das Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur Altersdifferenzierung des jährlichen Urlaubsanspruchs im Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TvÖD).

Vorstellung des Sprachlehrinstituts (SLI)

Dem Hochschulrat stellte sich in der Sitzung vom 02.05.2012 das Sprachlehrinstitut der Bergischen Universität (SLI) vor. Die Präsentation übernahm Dr. Agnes Bryan, Leiterin des SLI. Das SLI an der Bergischen Universität hat bereits eine lange Geschichte. Erste Sprachkurse wurden ab 1980 angeboten, zunächst nur in vier Sprachen (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch). In den folgenden drei Jahrzehnten wurde dieses Angebot – auch mit dem Wachsen der Universität – weiter ausgebaut. Gegenwärtig werden zehn verschiedene Fremdsprachen auf verschiedenen Niveaustufen angeboten, darunter auch Chinesisch, Japanisch, Türkisch und Russisch.

Mit dem wachsenden Sprachangebot und der steigenden Studierendenzahl an der Bergischen Universität sind auch die Teilnehmerzahlen an den Kursen des SLI in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Waren es noch 2006 noch ca. 600 Teilnehmer pro Semester, registrierte das SLI 2010 einen Spitzenwert von ca. 1200 Teilnehmern. In Relation bedeutet dies, dass knapp 10 % der Studierenden das Sprachangebot für sich nutzten. In jüngster Zeit sind die Zahlen etwas rückläufig, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass aufgrund des Wegfalls der Studienbeiträge die Anzahl der Kurse in den einzelnen Sprachen reduziert werden musste.

Neben dem Aufgabenfeld „Fremd- und Fachsprachen“ ist ein zweiter Schwerpunkt des Kursangebots der Bereich „Deutsch als Fremdsprache“. Dieses Angebot richtet sich vor allem an internationale Studierende, die ein Studium an der Bergischen Universität aufnehmen möchten und den hierfür erforderlichen Spracherwerb noch leisten müssen. Auch in diesem Bereich sind die Teilnehmerzahlen in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.

Darüber hinaus zählen zu den Aufgaben des SLI Serviceleistungen für Fachbereiche, Verwaltung und zentrale Betriebseinheiten, die Betreuung von Hochschulkooperationen im Ausland sowie die Mitwirkung bei der Zugangsprüfung für beruflich Qualifizierte. Nicht zuletzt können am SLI auch die international zertifizierten Sprachprüfungen wie TOEIC, IELTS, TEF, DSH und TestDaF abgelegt werden.

Der Hochschulratsvorsitzende dankte Frau Bryan im Namen des Gremiums für ihren ausführlichen Bericht.

Bericht zur gegenwärtigen Finanzlage der Bergischen Universität

Das Rektorat berichtete über den weiteren Verlauf der Gespräche mit dem Land über die Finanzsituation der Bergischen Universität. Zur Sprache kam ebenfalls die Situation des Hochschulpakts II. Der Hochschulpakt II ist eine Vereinbarung des Landes mit den Universitäten zur Schaffung zusätzlicher Studienplätze in den Jahren 2011-2015, die insbesondere für die Studienanfänger des sogenannten Doppelten Abiturjahrgang 2013 in NRW sowie für die zusätzlichen Studienanfänger, die aus der Aussetzung der Wehrpflicht resultieren, eingerichtet werden müssen. Das Land hat dabei den Universitäten vertraglich eine Einmalzahlung von 20.000 Euro je zusätzlichem Studienplatz, der besetzt wird, zugesichert. Bei einer Studiendauer in Regelstudienzeit von 5 Jahren (Bachelor + Master) ergibt dies 4.000 Euro je zusätzlichem Studienplatz pro Jahr. Dieser Betrag ist für die Universitäten, die zur Schaffung zusätzlicher Studienplätze vor allem zusätzliche Räume anmieten sowie zusätzliches Lehrpersonal einstellen müssen, knapp kostendeckend.

Die Universitäten sehen sich dabei allerdings mit zwei Problemen konfrontiert. Zum einen müssen sie dem Land die Einrichtungskosten über eine Zeit von zwei Jahren vollständig vorfinanzieren, da das Land die HSP-Mittel erst ab 2013 an die Hochschulen verteilt. So hat bspw. die Bergische Universität allein im Jahr 2011 fast 800 zusätzliche Studierende aufgenommen.

Zum anderen fallen bereits die Studienanfängerzahlen des Jahres 2011 landesweit deutlich höher aus, als vom Land prognostiziert. Die Folge ist, dass die vom Land für die Schaffung zusätzlicher Studienplätze bereitgestellten Mittel bei weitem nicht ausreichen. Gegenwärtig beträgt die Ausfinanzierungsquote unter 50 %. Umgekehrt bedeutet dies für die Hochschulen, dass sie lediglich 2.000 Euro je zusätzlichem Studienplatz erhalten würden. Dieser Betrag würde allerdings die tatsächlich entstehenden Kosten bei weitem nicht abdecken.

Eine Erhöhung der HSP-Mittel durch das Land ist daher unumgänglich. Das Land NRW steht deshalb auch in Gesprächen mit dem Bund.

Die nächste Sitzung des Hochschulrates findet am 06.07.2012 statt.


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