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Fachgebiet Analytische Chemie
Prof. Dr. Oliver Schmitz

Traditionelle chinesische Medizin: Eine analytische Herausforderung


Schon vor über drei Jahrtausenden wurden Pflanzen in den verschiedenen Kulturkreisen hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Menschen systematisiert und in Arzneimittellehren zusammengefasst. In manchen Heilsystemen, wie der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), wurden die seit Generationen gesammelten Erkenntnisse weiter gepflegt und in die heutige Zeit herübergerettet. Die Medizin in Europa nahm hingegen einen anderen Weg, da der Fortschritt auf dem Gebiet der Biochemie den biochemischen Mechanismus einzelner Wirkstoffe in den Vordergrund rückte. Einzelne Wirkstoffe wurden isoliert und synthetisch nachgebaut.

In der TCM werden nach wie vor alle Inhaltsstoffe der Pflanze verwendet. Forschungen zeigen, dass gerade das Zusammenwirken mehrerer Wirkstoffe einer Pflanze den Heilerfolg sichert und Nebenwirkungen reduziert. Die Erforschung der TCM-Wirkstoffe wird momentan in China mit großem Nachdruck betrieben. Allerdings analysieren die meisten chinesischen Wissenschaftler "nur" das gesamte Metabolom (Inhaltsstoffe der Pflanzen). Das Ziel muss aber sein, die Wirkstoffe dieser Pflanzen zu identifizieren, um entsprechende synthetisch hergestellte Medikamente entwickeln zu können, die ohne Einsatz der durch Umweltverschmutzung und fortschreitender Industrialisierung in China bedrohten Pflanzen auskommen.

Den Besuchern wird mit einer Präsentation die Komplexität der chinesischen Arzneimittel vorgestellt und auch die Möglichkeit der Verköstigung eines uralten chinesischen Heilmittels – dem grünen Tee – gegeben.

Druckversion von http://www.uni-wuppertal.de/forschung/Forschung_erleben.html/vci/schmitz.html