Abstract
Sven Osterhage (Hermann-Böse-Gymnasium, Bremen)
Sachfachkönnen bilingualer und monolingualer Biologieschüler- Kompetenzvergleich und Kompetenzanalyse zweier Unterrichtskonzepte.
Die Frage, ob sachfachspezifische Kompetenzen bilingual unterrichteter Biologieschüler gegenüber Schülern der Regelzüge ‘leiden’, oder ‘zu kurz kommen’, scheint in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit bilingualem Sachfachunterricht oft diskutiert, doch nicht ausreichend empirisch untersucht zu sein. Die in diesem Vortrag beschriebene empirische Untersuchung aus dem Jahr 2005 versuchte Forschungsergebnisse in Bezug auf diese Frage zu liefern. Mittels eines Auszugs aus dem nationalen Naturwissenschaftstest PISA 2003 wurden die Sachfachleistungen bilingualer und monolingualer Biologieschüler differenziert in sechs Teilkompetenzen im Sinne der Scientific Literacy getestet und evaluiert. In drei von sechs gemessenen Teilkompetenzen naturwissenschaftlicher Grundbildung schneiden bilinguale Schüler signifikant besser ab als ihre monolingualen Altersgenossen. Der Vortrag versucht neben der Darstellung der Ergebnisse des weiteren Unterrichtsmerkmale des bilingualen Biologieunterrichts herauszustellen, die einen Leistungsunterschied bilingual und monolingual unterrichteter Biologieschüler erklären könnten. Im Rahmen der empirischen Untersuchung aus dem Jahr 2005 sollten gesondert erhobene Unterrichtsmerkmale (Schülerexperiment, Gruppenarbeit etc.) einer Verortung und Analyse der Leistungen in dem Kompetenzvergleich zwischen bilingualen und monolingualen Biologieschülern dienen. Die mittels eines Schülerfragebogens ermittelten subjektiven Schülereinschätzung über die Häufigkeit dieser Unterrichtsmerkmale konnten statistisch nicht den parallel nachgewiesenen Leistungsunterschied zwischen bilingual und monolingual unterrichteten Schülern erklären. Es zeigte sich jedoch, dass Schüler mit Sprachproblemen bei der Leistungsmessung schlechter abschnitten als jene ohne sprachliche Schwierigkeiten. Die unbefriedigende Klärung der Frage warum die bilingualen Biologieschüler signifikant besser abschnitten als die monolingualen, soll zur Diskussion über das Forschungsdesign auffordern und dazu anregen die vorgestellte empirische Untersuchung weiter auszubauen bzw. zu differenzieren.
