Abstract
S.10.15: 11:00-13:00
Prof. Dr. Jutta Rymarczyk (Pädagogische Hochschule Heidelberg)
In Baden-Württemberg, wo das Schriftbild mit zwei Jahren Verzögerung eingeführt wird, haben im letzten Herbst (2006) die ersten Drittklässler diese „schriftlose Phase“ hinter sich gebracht. Eine Fragebogenerhebung in dieser Jahrgangstufe zu Beginn des dritten Schuljahres sollte den Kenntnisstand der Kinder zum Schriftbild überprüfen. Die bewusst unverfänglich gestellte Frage „Welche englischen Wörter kennst Du schon?“ wurde auch von den Kindern mit einer Liste englischer Lexeme beantwortet, deren Lehrerinnen angegeben hatten, das Schriftbild gänzlich ausgeklammert zu haben. Die genauere Untersuchung der Wortlisten sowie der Antworten der Kinder auf weitere Fragen widmeten sich folgenden Punkten:
Welche Aspekte der deutschen Rechtschreibung wurden auf das englische System übertragen?
Spiegeln die Schreibweisen der Wörter ein phonologisches Bewusstsein für die Fremdsprache wider?
Weisen die Eigenschöpfungen in den Wortlisten einzelner Kinder orthographische Regelmäßigkeiten auf?
Wie begründen die Kinder ihre Rechtschreibkenntnisse? Sind sie sich bestimmter Transferstrategien bewusst?
Die Antworten auf diese Fragen sollen gemeinsam mit den Teilnehmer/inne/n des Workshops unter engem Rückbezug auf das Datenmaterial gefunden werden. Sie werden die Basis bilden für eine Diskussion über den Zeitpunkt und die Form der zweisprachigen Alphabetisierung, für die schließlich auch praktische Beispiele für den Unterricht vorgestellt werden.
